Jahresabschluss
mit Pfarrer Gerhard Rode

Der traditionelle Jahresabschluss der Verwaltung auf dem kleinsten Weihnachtsmarkt der Stadt, vor den Türen der Augusta Kliniken, war erneut gleichermaßen Anlass zum besinnlichen Rückblick als auch zum abschließenden heiteren Miteinander. Geschäftsführer Ulrich Froese und Pfarrer Gerhard Rode als Vorsitzender des Stiftungsrates gestalteten den offiziellen Teil.

Froese lobte in seinem kurzen Rückblick die Tatsache, dass „wir hier eine Gemeinschaft sind und diese Gemeinschaft leben.“ Allerdings, so sagte er, werde es auch in der Zukunft nicht einfach sein, auf komfortable Weis e im System zu verbleiben.

„Wir hoffen, dass die Politik endlich etwas tut.“ Es gebe Not in ganz vielen Einrichtungen, und „auch wir stoßen an Grenzen.“ Froese ist bekanntermaßen auch verbandspolitisch aktiv. Augenzwinkernd sagte er, dass er dort als Störer bekannt sei, weil er die Dinge stets beim Namen nenne.

Die Verweilzeit der Pflegenden im System sei wegen der hohen Belastungen und der Arbeitsverdichtung  gering. Und trotz der mangelnden Wertschätzung der Pflege bei den politisch Verantwortlichen, so Froese, streben viele junge Menschen in die Pflege. „Auf unsere 30 bis 40 Plätze in der Krankenpflegeschule“, sagte er, „bewerben sich regelmäßig rund 800 Interessierte.“

Auch Pfarrer Rode kokettierte mit der Situation im Gesundheitswesen. „Solange es den Krankenhäusern schlecht geht, so habe ich schon vor zehn Jahren gesagt, lese ich zum Jahresabschluss lustige Geschichten.“ Das könne und wolle er aber nicht immer. Mit der Lesung aus einem Psalm begann er seine Betrachtung über die Stille und das Zuhören. Stille, die es in der täglichen Arbeit kaum einmal gibt, die man sich aber suchen und nehmen müsse, um auch einmal zur Ruhe zu kommen.

Wir alle müssten uns die Fähigkeit zu Hören bewahren – auch auf die eigene innere Stimme. „Wir müssen der eigenen Stimme und den eigenen Sehnsüchten wieder mehr Raum geben. Hörbereit sein, statt immer nur auf Adrenalin gebürstet“, so Rode wörtlich.

Eine heitere Geschichte gab es natürlich trotzdem: Die von dem sprechenden Stutenkerl, der unbedingt eine Frau wollte. Alle auf dem Augusta-Weihnachtsmarkt versammelten Mitarbeiter hatten viel Spaß an der Erzählung und genossen anschließend die von Chefkoch Ralf Meyer und seinem Team zubereitete Gänsekeule mit Rotkohl und Maronen. Der abschließende Bratapfel fehlte natürlich auch nicht.