Im Bild: Pain Nurse Undine Schulte-Pelkum erklärt Patientin Elisabeth Hensel die Funktion und Handhabung der Schmerzpumpe


Pain Nurse sorgt für schmerzfreies Krankenhaus

Das schmerzfreie Krankenhaus ist keine Illusion – auch wenn die Begriffe „Krankenhaus“ und „Schmerz“ Zwillinge zu sein scheinen, die stets miteinander auftreten. „Modernste Medikamente und ein spezielles Schmerzmanagement mit unserer Pain Nurse Undine Schulte-Pelkum“, sagt Eva Karmelita, Leitung des Pflegemanagements der Augusta Kliniken Bochum Hattingen, „ermöglichen es uns, die Menschen praktisch fast schmerzfrei zu stellen.“

Das Berufsbild der „Pain Nurse“ (Schmerzschwester) kommt aus den USA und bezeichnet Pflege-Fachkräfte, die eine spezielle Weiterbildung absolviert haben und sich ausschließlich damit beschäftigen, dass die Menschen in den unterschiedlichsten Einrichtungen (Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Hospize und auch in der eigenen Wohnung) so schmerzfrei wie möglich sind.
„Wir sind immer erreich- und ansprechbar“, beschreibt Undine, wie sie sehr liebevoll genannt wird, ihre verantwortungsvolle Tätigkeit. „Die Patienten fühlen sich mit ihren Schmerzen ernst genommen und gut betreut.“ Und sie freuen sich über die Zuwendung und die Zeit für ein Gespräch. Dies alles passiert im Rahmen des Schmerzmanagements.
Patientin Elisabeth Hensel (Name geändert) ist sichtlich erfreut über Undines Besuch an ihrem Krankenbett. „Ich habe nach der OP praktisch keine Schmerzen gehabt“, sagt sie, immer noch erleichtert, „denn die Schwester hat mich hervorragend eingestellt.“
Bereits vor größeren Operationen besucht „Rucksackschwester“ Undine die Menschen, um ihnen die Ängste zu nehmen. In ihrem signalfarbenen Rucksack, mit dem sie überall erkannt wird, hat die 41jährige alles dabei, was sie für ihren Kampf gegen die Schmerzen benötigt: U.a. Medikamente, Pflaster – und Zubehör für die Schmerzpumpen.
Diese High-Tech-Geräte sind kaum größer als ein Taschenrechner, ermöglichen aber den Patienten im Augusta, die Dosierung ihrer Schmerzmedikamente in einem vorgegebenen Rahmen selbst zu regeln. Eine Einweisung durch Schwester Undine geht der Anwendung natürlich voraus.
Regelmäßige Visiten der Pain Nurse (in der Verantwortlichkeit des zuständigen Anästhesisten) dienen der Schmerzreduzierung. Zusätzlich sind auf jeder Station im Augusta Mitarbeiter als Schmerzmentoren geschult, die dabei behilflich sind, eine an den Bedürfnissen der Patienten orientierte Schmerzbekämpfung zu verwirklichen. „Überdosierungen sind nicht möglich“, sagt Undine, „denn es gibt ganz klare Dosierungsgrenzen. Damit fühlen sich die Patienten enorm sicher.“

Mit High-Tech-Schmerzbekämpfung haben sie am Augusta im Übrigen schon länger Erfahrung: Hier ist schon vor über acht Jahren das erste Schmerzmanagement installiert worden. „Mittlerweile haben wir dabei enorm viel Erfahrung gesammelt und seit 2009 wird das gesamte Haus versorgt“, erklärt Eva Karmelita. „Wir haben eigene Vorlagen für die Dokumentation entwickelt. Da war es nur konsequent, eine Pain Nurse zu installieren.“

In einer Schmerz-AG trifft sich Undine regelmäßig mit Ärzten, Physiotherapeuten und Mitarbeitern aus Pflege und Krankenpflegschule. Auch mit Experten aus anderen Einrichtungen und in vielen Fortbildungen arbeitet sie daran, dieses Konzept zum Wohle der Patienten - z.B. mit Aromatherapie und Atemtechniken - ständig weiter zu entwickeln.