Symbolischer Schlüssel: Leiterin Cordula Budde (1.v. rechts) und ihre Mitarbeiterinnen Bianka Koitka (v.l.), Raphaela Becker, Katharina Duckheim, Gabi Jeske, Nicole Becker und Steffi Natrup freuen sich über den offiziellen Start. Alle Fotos: Wicho Herrmann

Offene Tür und symbolische Schlüsselübergabe:
Ökumenische Kita an der Teylestraße eröffnet

„Wir tun das hier als Zukunftsvorsorge für unsere Einrichtungen und unsere Mitarbeiter.“ Das betonte der Geschäftsführer des Katholischen Klinikums, Dipl.-Oec. Franz–Rainer Kellerhoff, als er offiziell die neue Kindertagesstätte Teylestraße als ersten Betriebskindergarten in der Stadt eröffnete. Der Pflegeberuf und die zukünftige Ärzteschaft mit zwei Drittel Frauen unter den Studierenden sei weiblich, so Kellerhoff weiter: „Deshalb müssen wir unseren Mitarbeiterinnen helfen, Beruf und Privatleben miteinander zu vereinbaren. Eine U3-Einrichtung ist da ein Mosaikstein.“

Federführend bei Planung und Umbau der ehemaligen katholischen Kindertagesstätte waren die Augusta-Kliniken. Deren Geschäftsführer Dipl.-Kfm. Ulrich Froese, freute sich ebenfalls über die neue „tolle“ Einrichtung. „Diese Kindertagesstätte ist beispielhaft für die gute ökumenische Zusammenarbeit an der Basis“, lobte er mit kritischem Blick auf die Abgrenzung der katholischen und evangelischen Kirche voneinander.

„Als große Kliniken (zusammen etwa 4000 Mitarbeiter) ist es uns wichtig, uns bei fehlenden Bildungseinrichtungen zu engagieren“, so Froese weiter. Er spielte damit auf den Bau von Einrichtungen für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren an, deren gesetzlich vorgeschriebener Ausbau derzeit in der Stadt stockt.

Sein Fazit: „Jetzt, wo wir hier in Fahrt gekommen sind, werden wir uns bei Bedarf weiter für Kinder einbringen.“ Die beiden Geschäftsführer übergaben im Anschluss der neuen Einrichtungsleiterin Cordula Budde und ihren sieben Mitarbeiterinnen symbolisch den Schlüssel.

Die Kindergartengemeinschaft im Evangelischen Kirchenkreis Bochum ist aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen Träger der U3-Einrichtung. Sie organisiert damit den Betrieb. Deren Geschäftsführer Michael Both lobte die gute Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung und den Kliniken bei der Verwirklichung der Tagesstätte auf rechtlichem Neuland.

Zum Umbau erklärte Both an die Adresse aller Baubeteiligten: „Wir haben erst im Mai damit angefangen. Das wurde ein richtiger Turboausbau.“ Er lobte auch Kindergartenfachberaterin Dagmar Reuter, die geholfen habe, die Einrichtung zu einem Ort frühkindlichen Lernens auszubauen. 

„Die Einrichtung ist toll geworden“, bekannte auch im Gespräch Hermann Päuser, der Vorsitzende des städtischen Jugendhilfeausschusses. „Drei Mal war ich in den letzten Jahren seit 2009 hier: zur Diskussion mit empörten Eltern bei der Schließung der Einrichtung durch den katholischen Zweckverband, Anfang 2011 bei den ersten Planungsgesprächen und jetzt. Was anfangs eher ein Dreckloch war, ist nun aufgeblüht. Ein toller Erfolg!“ Wicho Herrmann


Nikola (2) und Dragica (28) Sevic, Lara (9 Monate) und Kristina Steinbrecht (26), Kilian (1) und Clayton Enoany (38), Lema (18 Monate) und Beteil Sahin (26) (von links)

Stimmen von Eltern zur neuen Einrichtung:
Nikola (2) und Dragica Sevic (27, Medizinstudentin):
Die Eingewöhnung klappte sehr gut. Nikola fühlt sich wohl hier. Alle seine Erzieherinnen - Lina, Nicole und Raffaela - findet er toll. Das Spielen – etwa im Sandkasten, mit der Eisenbahn und mit Knete – macht ihm Spass. Wir Eltern finden die Einrichtung fabelhaft.

Lara (9 Monate) und Kristina Steinbrecht (Krankenschwester, 26):
Lara kommt derzeit täglich zwei Stunden allein hierher, inklusive Mittagessen. Bald wird es mehr sein. Sie singt und spielt mit den anderen Kindern und kann sich hier viel bewegen und entfalten. Die Erzieherinnen beobachten sie dabei. Mein Kind ist gut aufgehoben.

Kilian (1) und Clayton Enoany (Studierter Zahntechniker, 38):
Seit sechs Wochen kommt Kilian hierher und es gefällt ihm gut. Ich finde, dies ist eine wunderschöne, für Kinder eingerichtete Einrichtung. Für meine Frau ist es gut, dass Kai (3) nebenan in den Kindergarten geht und der Arbeitsplatz gleich um die Ecke ist.

Lema (18 Monate) und Beteil Sahin (26, Medizinstudentin):
Lema geht seit dem 10. September vier Stunden täglich in diese Einrichtung. Wir haben mit dem Frühstück und dem Mittagessen bei der Eingewöhnung angefangen. Demnächst schläft sie hier. Sie fühlt sich sehr wohl hier. Am liebsten spielt sie mit „Baby“.

Am 15. August eröffnete die neue Kindertagesstätte an der Teylestraße 16. Durch den Umbau der ehemaligen katholischen Einrichtung entstand ein zweigruppiger Betriebskindergarten der Augusta Kliniken und des Katholischen Klinikums für 20 Kleinkinder von vier Monaten bis zu drei Jahren. „Aktuell besuchen Kinder von sechs Monaten bis 2,5 Jahren unsere Einrichtung“, erklärt Leiterin Cordula Budde.

„Derzeit befinden wir uns noch in der Eingewöhnungsphase“, so die 52 jährige weiter. Dabei geht es darum, dass die Kleinkinder eine andere Beziehungsperson für ihr Wohlfühlen außerhalb des Elternhauses akzeptieren. Auf Dauer werden sie bis zu neun Stunden pro Tag von ihren Eltern getrennt sein.

Die Räume wurden für die Kinder altersentsprechend eingerichtet. „Durch die vielen Spiel- und Kletterecken setzen wir auf Bewegung“, erklärt Mitarbeiterin und Motopädin Katharina Duckheim. Neben dem spielerischen Entdecken – auch der anderen Kinder – gibt es Spielangebote, die an das „Zu Hause“ anknüpfen. Zum Beispiel „Kochen“ und „Wasserspiele“. Die Entwicklungsschritte der Kinder werden für die Eltern in sogenannten „Portfolio“ – auch mit Fotos - festgehalten.

Fachberaterin Dagmar Reuter von der Kindergartengemeinschaft (Träger): „Wir haben hier eine Umgebung geschaffen, in der die kinder die Welt über ihren Körper und ihre Sinne erfahren können. So gelingt frühkindliches Lernen.“

Die heutige Einrichtung hat auf 300 Quadratmetern zwei große Gruppenräume sowie Nebenräume (Schlafräume). Hinzukommen eine Küche, Sanitäranlagen nebst Wasserspielecke, ein Gesprächsraum (auch für Eltern) und ein Büro.

Der Bau wurde für den Betrieb kernsaniert. „Dazu gehörte unter anderem der Einbau von schallschluckenden Decken sowie von neuen Fenstern“, erklärt Bauplaner Volker Brachvogel vom Architekturbüro RDS Partner. Bauingenieur Stefan Herget von den Augusta-Klinken begleitete als Bauleiter den Umbau des Gebäudes, sodass es nach nur drei Monaten fertig wurde. Kosten: 500000 Euro, die die Kliniken finanzierten. WH