Chinesische Urologen lernen bei Dr. Ubrig

"Nur gucken, nicht anfassen" heißt es für Dr. Ran Meng (im Bild re.) und Dr. Miao Quiang (li.), die sich gerade intensiv in der Urologischen Klinik der Augusta-Kranken-Anstalt umschauen. Die beiden erfahrenen Urologen wollen in der Klinik von Chefarzt Dr. Burkhard Ubrig lernen, wie endoskopische Operationen auf höchstem technischen Niveau funktionieren.

Die beiden chinesischen Fachärzte sind erfahrene Urologen, staunen aber, dass in Deutschland Prostatakrebs so häufig vorkommt. "Bei uns sind Nierensteine das häufigste Problem", sagt Meng, der von beiden am besten Englisch spricht. "Prostatakrebs kommt praktisch nicht vor." Die computergestützte Präzisionsoperation mit dem daVinci bestaunen beide, denn "ein solches Top-Gerät steht bei uns bestenfalls in Peking."

Dr. Ran Meng ist 33 Jahre alt, verheiratet, und hat eine Tochter. Der freundliche Mediziner kommt aus der Stadt Shangqiu in der Provinz Henan, die allein mehr Einwohner hat als die Bundesrepublik (94 Mio). In seiner Heimatstadt leben laut Wikipedia über 7 Mio. Menschen. War es Bescheidenheit, als er beim Pressegespräch mit Dr. Nils Rimkus von den Ruhr Nachrichten nur eine Million Einwohner angab?

Mengs Kolelge Dr. Miao Quiang, ist 39 Jahre alt. Er kommt aus Changchun, der Hauptstadt der Provinz Jilin. Die Stadt hat in der City rund 2,5 Mio Einwohner, im gesamten Stadtgebiet ebenfalls über 7 Mio Einwohner. Das sind Dimensionen, die hier unvorstellbar sind.

In Bochum gefällt es den beiden "Praktikanten" sehr gut. Sie wohnen gemeinsam mit weiteren zehn Kollegen, die in anderen Krankenhäusern umschauen in einer kleinen Pension. dass sie ihre Familien vermissen, scheint logisch - aber sie geben es nicht zu.