Radiosendung „Lifestyle“ im Augusta: Christopher (links) steuert die Technik und Jan moderiert an.
Foto: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper

Musik macht gute Laune und gesund
GES-Schüler unterstützen Radio Augusta

„Mit unserer Radiosendung geben wir unseren kranken Zuhörern im Hause gute Laune und verbessern so dren Genesung“, lacht Cornelia-Maria Scharmentke. Als Ehrenamtliche leitet sie das Team von Radio Augusta. Bis zu den Osterferien erhielt ihr Team (wieder) Unterstützung von Schülern des Graf-Engelbert-Gymnasiums (GES): Jan, Christopher, Marcel und Robin leisteten seit Oktober 2011 dort ihr schulisches Sozialpraktikum ab. „Das brachte zusammen viel Spass und spannende Einblicke ins Radiomachen“, zog Marcel nun – auch stellvertretend für die vier Kameraden aus der Klasse 9a - Bilanz. Die Rückmeldungen der Hörer seien zudem immer wieder ermutigend gewesen, so der 15-jährige.

Die vier kümmerten sich seit Ende der Herbstferien vor allem um das Radioprogramm in der Augusta Klinik an der Bergstraße. „Zu Beginn erhielten wir eine Einführung ins Radiomachen“, erinnerte sich Marcel. Dazu gehörten neben Einblicke in die Studiotechnik auch Regeln, wie die hauseigene Radiosendung „Lifestyle“ ablaufen soll, die sich vor allem an junge Leute richtet. „Wir spielen keine Lieder, die einen traurigen Inhalt haben“, erklärte Jan dazu, der sich im Anschluss bei der Anmoderation neuer Stücke sehr charmant gibt.

Die vier 15-jährigen kümmern sich darüber hinaus an jedem Dienstag um das Archivieren von neuen und alten Musiktiteln (zum Teil noch auf alten Langspielplatten) oder konzipieren weitere Sendungen vor. Letzteres umfaßt vor allem das Heraussuchen von aktuellen Musik- und Veranstaltungsinformationen in der Stadt für den Wortteil am Mikrofon. Unterstützt werden sie dabei nicht nur von Scharmentke, sondern auch von älteren Graf-Engelbert-Schülern wie David. Der heute 17-jährige blieb nach seinem Praktikum im Jahr 2009/2010 dabei, weil das Helfen auf diese Weise so viel Spass machte. Marcel will nun ebenfalls auch zukünftig bleiben.

Das Sozialpraktikum der Graf-Engelbert-Schule, das unter dem Motto „Gemeinsam- Engagiert-Sozial“ (GES) im Schuljahr 2002/2003 an den Start ging, endet für alle beteiligten Schüler der Klassenstufe 9 spätestens Anfang Mai. „Bei einer Feierstunde in der Schule, an der auch Bürgermeisterin Gabi Schäfer teilnimmt, erhalten sie dann ihre Zertifikate“, erklärten die beiden Lehrerinnen Gabi Denkhaus und Monika Franitza dazu. Die beiden organisieren derzeit zusammen mit den Lehrerinnen Angelika Peschen und Hildegund Siebers das 6-monatige Schulpraktikum. 80 der insgesamt 100 Schüler der Klassenstufe machten in diesem Jahr mit. „Von den restlichen 20 Schülern wissen wir, dass sie sich schon heute in ihren Sportvereinen oder Kirchengemeinden sozial einbringen“, so Denkhaus.

Die Sozialpraktika, die die Schule seit inzwischen zehn Jahren - organisiert von unterschiedlichen Lehrerteams - in Zusammenarbeit mit verschiedenen Bochumer Organisationen anbietet, sind breit gestreut. Diese reichen vom Radio machen sowie dem Rehabilitationssport im Bergmannsheil, über Kinder- und Schulbetreuung im Kindergarten und im Offenen Ganztag der Grundschule (unter anderem Melanchthon-Kindergarten und Ev. Schulreferat) bis hin zum Internetcafé für Senioren. Franitza: „Wir halten ständig Kontakt mit den Einrichtungen und begleiten dort unsere Schüler.“

Die Vorbereitung der Schüler auf die freiwilligen Sozialpraktika ist ebenso vielfältig. Nach dem Beginn des Schuljahres gibt es eine Einladung zum Informationsnachmittag. Dort erhalten die teilnehmenden Schüler einen Karte, wo sie ihre Stärken und Praktikumswünsche eintragen können. Jan, Christopher, Marcel und Robin schrieben auf, dass sie Spass an der Technik haben und gemeinsam Musik machen. Das führte dann für sie zu Radio Augusta. Diese Wünsche werden dann vom Lehrerteam mit Blick auf die vorhandenen Stellen und im Gespräch mit den Klassenlehrern hinsichtlich der Stärken der Jugendlichen verteilt. Die Eltern geben im Anschluss ihre Einwilligung für das jeweilige Praktikum, das die Schüler nach den Herbstferien antreten.   Wicho Herrmann