Den Schmerz „wegpumpen“

Das schmerzfreie Krankenhaus ist keine Illusion – auch wenn die Begriffe „Krankenhaus“ und „Schmerz“ Zwillinge zu sein scheinen, die stets miteinander auftreten. „Modernste Medikamente und ein spezielles Schmerzmanagement mit unserer  „pain nurse“ Gitta Seifert, sagt Eva Karmelita, Pflegedienstleiterin im Evangelischen Krankenhaus, „ermöglichen es uns, die Menschen praktisch fast schmerzfrei zu stellen.“

Das Berufsbild der „pain nurse“ (Schmerzschwester) kommt aus den USA und bezeichnet Pflege-Fachkräfte, die sich ausschließlich damit beschäftigen, dass die Menschen in den unterschiedlichsten Einrichtungen ( Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Hospize und auch die eigenen Wohnung) so schmerzfrei wie möglich sind. „Wir sind immer erreich- und ansprechbar“, beschreibt Seifert ihre Tätigkeit. „Die Patienten fühlen sich ernst genommen, gut betreut und freuen sich über die Zeit für ein Gespräch. Dies können wir im Rahmen des Schmerzmanagements bieten.“

So genannte Schmerz-Pumpen, kaum größer als ein Taschenrechner, ermöglichen den Patienten im EvK, die Dosierung ihrer Schmerzmedikamente in einem vorgegebenen Rahmen selbst zu regeln. Eine Einweisung durch Gitta Seifert geht der Anwendung voraus. Regelmäßige Visiten durch die Anästhesie und unsere pain-nurse dienen der Schmerzreduzierung. Zusätzlich sind auf jeder EvK-Station zwei Mitarbeiter als Schmerzmentoren geschult, die dabei behilflich sind, eine an den Bedürfnissen der Patienten orientierte Schmerzbekämpfung zu verwirklichen. „Überdosierungen sind im Übrigen nicht möglich, denn es gibt ganz klare Dosierungsgrenzen. Damit fühlen sich die Patienten enorm sicher.“

Gitta Seifert, seit zwei Jahrzehnten im EvK tätig, hat eine Weiterbildung zur „pain nurse“ absolviert. Zum Abschluss dieser Fortbildung, welche über das Klinikum Nürnberg online lief, gab es einen Workshop vor Ort. Hier konnten die Kursteilnehmer sich austauschen und ihre Erfahrungen weitergeben.

Mit High-Tech-Schmerzbekämpfung haben sie am Evk aber schon länger Erfahrung: Auf der Station 11 ist vor über vier Jahren das erste Schmerzmanagement installiert worden. „Mittlerweile haben wir dabei enorm viel Erfahrung gesammelt und seit 2009 wird das gesamte Haus versorgt“, erklärt Eva Karmelita. „Wir haben eigene Vorlagen für die Dokumentation entwickelt. Da war es nur konsequent, eine pain nurse zu installieren.“

In einer Schmerz-AG trifft sich Gitta Seifert regelmäßig mit Ärzten, Physiotherapeuten und Mitarbeitern aus Pflege und Krankenpflegschule, um dieses Konzept zum Wohle der Patienten auch weiter zu entwickeln.