„Renale Denervierung“ als Mittel gegen resistenten Bluthochdruck

Eine interessante und besonders effektive „Waffe“ gegen den „stillen Killer“ Bluthochdruck haben sie in der Bochumer Augusta-Kranken-Anstalt: Die „renale Denervierung“ (RDN), die bei besonders therapieresistenten Patienten zum Erfolg führen kann.

„Mehrere Tausend Patienten sind mit dieser Methode an europäischen Zentren bereits behandelt worden“, erläutert Prof. Dr. Dirk Bokemeyer, Chefarzt der Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten am Augusta. „Und die Resultate stimmen äußerst optimistisch.“ Zielgruppe sind Menschen, deren Blutdruck auch durch Einsatz von Medikamenten nicht in den Griff zu bekommen ist.

Beim Amerikanischen Kardiologen-Kongress wurden vor gut zwei Jahren, nach großer Geheimniskrämerei und mit enormem medialen Interesse, die Resultate der ersten vergleichenden, klinischen Studie zur RDN vorgestellt. „Diese statistisch einwandfreien US-Daten von 106 Patienten“, so Prof. Bokemeyer, „haben uns bestärkt und bestätigt.“ Der Bochumer hat seitdem mit Dr. Detlef Longwitz, dem Leiter des Angioradiologischen Instituts, selbst schon sehr viele Patienten behandelt und war schon sehr früh überzeugt von dieser neuen Methode. „Bei allen unseren Patienten war das Resultat ganz hervorragend.“

Für die Behandlung wird in die Arterie in der Leistengegend ein ganz dünner, flexibler Katheter eingeführt und bis in die Nierenarterie vorgeschoben. Dort veröden die Ärzte mit niedrigenergetischem Strom die Enden des sympathischen Nervensystems, dessen Überaktivität an dieser Stelle häufig den Hochdruck verursacht. Die Nieren, das weiß kaum jemand, spielen für den Blutdruck eine enorm wichtige Rolle.

Bluthochdruck ist eine lebensbedrohliche Volkskrankheit, die jeden vierten Deutschen tötet. Sie führt häufiger zum Tod als Rauchen, Cholesterin oder Übergewicht. An keiner anderen Erkrankung sterben so viele Menschen, denn sie führt zu Verkalkungen und Verschlüssen der Gefäße, was  wiederum Herzinfarkte, Schlaganfälle und Nierenversagen zur Folge haben kann. Es ist bekannt, dass die Senkung des Blutdrucks um 5 Punkte (mmHg) das Herzinfarktrisiko um fast 30 Prozent reduziert.