Neuer Augusta-Chefarzt ist Spezialist für „organ-cross-talk“

Kunst wollte er gern studieren und an ein Medizinstudium verschwendete der gebürtige Braunschweiger nach dem Abitur keinen Gedanken. Seither allerdings hat Dr. Jan Florian Heuer praktisch nichts anderes mehr gemacht als Notfallmedizin, Intensivmedizin und Anästhesie – und ist bereits seit dem 1. März neuer Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin an der Augusta-Kranken-Anstalt.

Der Zivildienst beim Roten Kreuz hat gewissermaßen das Schicksal des heute 43jährigen Mediziners besiegelt. „Mein Vater wollte, dass ich etwas für die Allgemeinheit tue“, erzählt Heuer. Der junge Mann nutzte diese Zeit und erlernte beim DRK den Beruf des Rettungsassistenten, der ihn nie wieder losgelassen hat.

Jan Florian Heuer studierte in Göttingen und war in dieser Zeit regelmäßig mit Rettungshubschrauber oder Rettungsfahrzeugen unterwegs – oder er machte Sitzwachen auf der Intensivstation. „Mit diesen drei Jobs“, lacht er, „konnte ich mir nicht nur das Studium sehr gut finanzieren, sondern habe auch unglaublich viel von den erfahrenen, älteren Kollegen gelernt.“

Schon während des Studiums war er an der Göttinger Uniklinik Transplantations-Koordinator. „Das war mein dritter Job.“ Famulaturen, Praktika und das Praktische Jahr absolvierte Dr. Heuer allerdings in den USA, wo er schon als Schüler ein Jahr verbracht und  (in Wappingers Falls/New York) auch den High School Abschluss gemacht hatte.

„Seit meiner Zivi-Zeit wollte ich immer nur Anästhesist werden“, sagt der neue Augusta-Chefarzt, der in seiner Lieblingsdisziplin wissenschaftlich arbeitete und promovierte. Heuers Habilitationsschrift thematisiert wissenschaftlich den sogenannten „organ-cross-talk“, die Interaktion zwischen Gehirn und den Organen bei schweren Verletzungen.

Sein Privatleben teilt Dr. Heuer mit der äußerst erfolgreichen Göttinger Onkologin Dr. Annalen Bleckmann und seiner 13jährigen Tochter Anna. Er segelt und surft ebenso leidenschaftlich, wie er auf Rennrad- und Snowboardstrecken unterwegs ist. Das Bochumer Bermuda-Dreieck hat er bereits in Augenschein genommen, hat auch die offene Art der Menschen hier schon zu schätzen gelernt. Auch den Fußball liebt der Neu-Bochumer sehr. Das Stadion hat er bereits besucht, aber an Blau-Weiß muss er sich noch gewöhnen. „Meine Verwandten“, lacht er, „leben halt in München.“