Bochumer operierten beim 8. Hilfseinsatz in Jalna (Indien)

Elf  engagierte Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger aus Bochum, Hatttingen, Essen, Gelsenkirchen Hamburg und Witten sind mit einem Dutzend Metallkisten (Gesamtgewicht rund 600 Kilo) ins indische Jalna gereist. Im dortigen Missions-Hospital haben sie im achten Jahr hintereinander mit ihrem uneigennützigen Einsatz an neun OP-Tagen rund 170 Operationen, vorwiegend an Kindern, durchgeführt.

Bei einem Termin mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) in Bochum berichteten Rita Arns-Schmidt, Dr. Detlef Cramer und Rouven Falk als Bochumer Beteiligte über die Begegnungen dort, die langen Tage im Operationssaal und den Feierabend, den es nie im Hellen gibt. "Die Tage dauern immer länger als geplant", sagt Dr. Cramer, "weil man Operationen solch großer Verletzungen in all ihrer Komplexität eben zeitlich nicht genau planen kann." Es wird also meist einmal rund um die Uhr operiert.

Es sind oft Verbrennungsopfer, deren damals meist große Wunden sehr viele Jahre lang unbehandelt geblieben sind. Aus diesen Verletzungen entstehen schließlich oft Verwachsungen, die nur mit größtem operativen Aufwand behandelt werden können. Bei den Kindern sind es oft auch Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, die so schwer wiegend sind, dass die Betroffenen massiv unterernährt sind.

"Lippen-Kiefer-Gaumenspalten sind", so Dr. Cramer, "überall auf der Welt gleich häufig." IIn Europa wird früh operiert und es gibt keine Folgeschäden. In Indien allerdings gibt es Jugendliche und Erwachsene, die noch eine solche "Spalte" tragen, die es in unterschiedlichsten Schweregraden gibt.

Alle Bochumer sprechen von "flachen Hierarchien" in den beiden OP-Teams der Evangelischen Stiftung Augusta, während die Hierarchien bei den indischen Kollegen sich übersteigert darstellen, sagt Rouven Falk. "So, wie wir es hier nicht mehr kennen."

Rita Arns erinnert sich an ihren ersten Hilfseinsatz vor vielen Jahren - und daran, wie geschockt sie zunächst vom Anblick der schweren Verletzungen war. "So etwas hatte ich noch nie zuvor gesehen." Wie alle anderen im Team auch, opferte Arns zum wiederholten Mal zwei Wochen ihres Jahresurlaubs für diesen Einsatz. Und wie alle anderen auch, macht sie das sehr gern.

Alle Beteiligten aus hattingen, Bochum, Essen, Witten, Gelsenkirchen und Hamburg waren und sind auch nach vielen Jahren noch tief beeindruckt von der Fülle der Menschen, denen geholfen werden muss. Ein Antrieb für sie alle, immer wieder auf's Neue mit zu machen bei diesem Hilfsprojekt, das die Rotary Clubs in Hattingen, Mumbai und Jalna gemeinsam unterstützen.

Spenden für die wichtige Arbeit der Helfer können auf das Konto des gemeinnützigen Vereins „Rotary Hattingen hilft e.V." eingezahlt werden:
Kto.Nr. 206011 bei der Sparkasse Hattingen (BLZ 43051040).

Die Teilnehmer von 2011:
Dr. Gerhard K. Schlosser - Witten – arbeitet im EvK Hattingen
Dr. Jihan Mohasseb - EvK Hattingen
Oberarzt Dr. Detlef Cramer – Augusta Bochum
Dr. Perikles Kolokythas, Handchirurg, OA Unfallchirurgische Klinik Hamburg Bergedorf
Dr. Fons van der Hoofd, Plastischer und Handchirurg, Essen
Dr.  Alexis Landers, Hattingen
Dr. René Stranzenbach, EvK Hattingen
Alexandra Ebbers, Gelsenkirchen
OP-Pfleger Jörg Mrugalla  - Krankenhaus Hamburg-Bergedorf (ehemals Hattingen)
Rouven Falk, OP-Pfleger Augusta Bochum
Rita Arns-Schmidt, Anästhesieschwester, EvK Hattingen

Foto mit freundlicher Genehmigung von Ingo Otto/WAZ Fotopool