„Bochum läuft“ am 03.04.2011

Erster Bochumer Lauf zur Vorbeugung von Brustkrebs und Verbesserung der Prognose von Betroffenen

„Gibt es etwas, was ich für die Gesundheit meiner Brust tun kann?“ beschäftigt viele Frauen. Und die Antwort ist: „Ja, man kann etwas tun!“

Über 40 große Studien an Gesunden und Brustkrebskranken haben gezeigt, dass sportliche Aktivität für die Vorbeugung und Langzeitprognose von Brustkrebs eine große Rolle spielt:

Die größte Studie, die in Deutschland durchgeführt wurde, untersuchte an 6.657 gesunden Frauen und 3.464  Brustkrebspatientinnen in einem Zeitraum von 3 Jahren (2002-2005) den Zusammenhang zwischen Lebensstil und Brustkrebsrisiko. Die größte Studie, die in den USA der gleichen Frage nachging, schloß 74.171 Frauen zwischen 50-79 Jahre in den Jahren 1993 bis 1998 in die Untersuchung ein, von denen 1.780 Frauen neu an Brustkrebs erkrankten.

Beide Studien ergaben, dass das Risiko, an einer der häufigsten Brustkrebsarten (hormonrezeptorpositiver Brustkrebs nach den Wechseljahren) zu erkranken, umso geringer war, je intensiver die  Frauen körperlich aktiv waren, und zwar folgendermaßen:

Frauen, die seit dem 35. Lebensjahr 3 mal pro Woche trainierten, hatten ein ca. 20% geringeres Erkrankungsrisiko als inaktive Frauen.

In einer Veröffentlichung von Meyerhardt u.a. aus dem Jahre 2006 konnte darüber hinaus eine Reduktion des Rückfallrisikos bei an Brustkrebs erkrankten Frauen durch körperliche Aktivität gezeigt werden, wobei ebenfalls ein Dosis-Wirkungs-Effekt bewiesen werden konnte

Dieser Effekt wird auf eine erhöhte Körpertemperatur, die mechanische Belastung, eine vermehrte lokale Durchblutung und eine erhöhte Insulinempfindlichkeit der Organe mit möglicherweise negativer Auswirkung auf die Zellteilung von Zellen mit bösartigen Eigenschaften zurückgeführt.

Das Credo „Ruhe und Schonung nach der Operation, während der Chemo- und Strahlentherapie“ gilt heute nicht mehr. Heute wird ein angemessenes Training zwischen den Chemotherapiezyklen empfohlen und auch eine laufende Strahlentherapie stellt keine Kontraindikation gegen Sport dar. Der Circulus vitiosus Fatigue (Erschöpfungssyndrom während und nach Krebstherapie) kann durch ein individuelles Training durchbrochen werden.

Sport wirkt sich positiv aus auf:

•         das Herz-Kreislaufsystem

•         die allgemeine Fitness

•         die Beweglichkeit

•         das Immunsystem

•         das Selbstvertrauen, die Stimmung und das seelische Wohlbefinden

•         die Knochendichte

•         die Blutbildung

•         und kann einem Lymphödem vorbeugen

Empfohlen wird ein an die Möglichkeiten der Patientin angepasstes Training. Für ein effektives Training spricht ein Puls von 70-80% der maximalen Herzfrequenz. Zu Beginn soll ein Intervalltraing mit einer Belastungszeit von 30-40 min pro Sitzung vorgenommen werden. Nach 4 – 6 Wochen ist in der Regel eine Belastung durchgehend von 30-40 min möglich.

Allgemeine Empfehlungen zur Krebsprävention: