Malgorzata Siemaszko (links) und Barbara Kreilkamp

Zwei junge Frauen helfen ehrenamtlich den neuen Patienten

Manchmal werden sie als „Frau Doktor“ angesprochen, die zwei jungen Frauen, die an jedem Freitagmorgen die Patienten und Besucher in der Bochumer Augusta-Kranken-Anstalt empfangen. Barbara Kreilkamp und Malgorzata Siemaszko tragen zwar einen weißen Kittel und die beiden Studentinnen helfen den Menschen auch. - Aber nicht medizinisch, sondern im Lotsendienst der Evangelischen Krankenhaushilfe (EKH).

„Diese beiden jungen Frauen“, sagt Helga Rosenberg, „sind der Beweis, dass ehrenamtliche Tätigkeit im Krankenhaus nicht nur etwas für ältere Menschen ist.“ Oft sei es natürlich so, dass die Kinder aus dem Haus sind oder das Rentenalter erreicht ist, ergänzt die Vorsitzende der EKH im Augusta. „Und dann wollen die Menschen in ihrem neuen Lebensabschnitt etwas Neues, Sinnvolles tun und sind bereit für ein Ehrenamt.“

Das gilt aber in gleichem Maße auch für junge Menschen: Kreilkamp studiert im sechsten Semester Heilpädagogik an der Evangelischen Fachhochschule. „Ich hatte den Freitagvormittag immer frei“, sagt sie, „und wollte diese Zeit für soziale Aufgaben nutzen.“ Die 22jährige stöberte online im Ehrenamts- und Freiwilligenkataster der Stadt Bochum und fand das Augusta. „Da wollte ich mal reinschnuppern.“  Was sie mit viel Freude nun schon mehr als ein Jahr tut.

Malgorzata Siemaszko, seit ihrem vierten Lebensjahr Bochumerin, suchte etwas, „wo ich kranken Menschen helfen kann.“ Auch die 27jährige wurde im Internet fündig. „Es macht Spaß, den Patienten Zeit zu schenken und zu sehen, wie dankbar sie für unsere kleinen Hilfen sind.“ Die Studentin der Wirtschaft, Mathematik und Slawistik aus Wiemelhausen war auch schon selbst als Patientin im Krankenhaus. „Ich fand es damals ganz furchtbar.“

Als Lotsinnen helfen sie den Menschen vor allem, sich im Hause zurecht zu finden. Sie begleiten zu Untersuchungen, tragen manchmal Koffer oder helfen sogar beim Ausfüllen von Formularen. „Und der eine oder andere benötigt einfach etwas Zuspruch“, sagt Kreilkamp.

Der Lotsendienst ist nur eine von vielen Möglichkeiten, sich ehrenamtlich in der Evangelischen Krankenhaushilfe des Augusta einzubringen. Es gibt z.B. den Besuchsdienst, besser bekannt vielleicht unter dem Begriff „Grüne Damen“. Es geht darum, Menschen etwas Zuwendung zu geben, die sonst keinen Besuch bekommen würden. Im Krankenhausfunk und  -fernsehen arbeiten die Helfer ebenso ehrenamtlich wie – nach sorgfältiger Ausbildung –Sitzwachen und die Sterbebegleiter.

„Das Feld der Tätigkeiten in der Evangelischen Krankenhaushilfe ist sehr weit“, fasst die betreuende Pfarrerin Martina Haeseler zusammen. Und die Summe der Erfahrungen auch. „Jetzt bringen sie mich mal fix zur Radiologie“, hieß es einmal. “Sie kriegen ja schließlich viel Geld dafür.“ Dem Mann war einfach nicht klar, dass die Lotsen ihm ehrenamtlich helfen.

Die jungen Frauen stehen demnächst vor dem Abschluss ihres Studiums. Barbara Kreilmann möchte nach dem Bachelor-Studiengang in Münster den Master machen. „Ich werde sicher auch dort“, sagt sie, „wieder ehrenamtlich im Krankenhaus arbeiten.“ Und auch Malgorzata Siemaszko möchte sich – im Augusta - weiter für die Menschen einsetzen: „Die paar Stündchen kann man immer finden.“

Kontakt für Interessenten/Innen
Helga Rosenberg 0234-311124
Pfarrerin Martina Häseler 0234-517-1351


Malgorzata Siemaszko (links) und Barbara Kreilkamp im Gespräch mit Klaus Schäfer, der am 10. März gleich zwei Gründe zum Feiern hatte: Er wurde 71 Jahre alt – und Opa des kleinen Lars.