Prostata-Selbsthilfegruppe Bochum informierte sich
in der Augusta-Kranken-Anstalt über neue Operationsmethode bei Prostatakrebs

Weit über 70 Zuhörerinnen und Zuhörer ließen sich von Dr. Ubrig, Chefarzt der Klinik für Urologie, die Vorteile der robotisch unterstützten Prostata-Operation (OP) für den Patienten erläutern. Eingeladen hatte die Selbsthilfegruppe Prostata aus Bochum unter ihrem Vorsitzenden Hans-Dieter Ruthkowski sowie die Augusta-Kranken-Anstalt, um die neuesten Erkenntnisse rund um das in Deutschland noch recht neue Operationsverfahren mit dem daVinci-System zu vermitteln.

Der circa zwei Millionen Euro teure und 500 Kilogramm schwere OP-Roboter führt dabei die Bewegungen des Operateurs im Körper des Patienten exakt genau so aus, wie der Arzt diese über eine Bedienkonsole unmittelbar neben seinem Patienten vorgibt. Dabei sind die Instrumente nur wenige Millimeter klein. Jetzt werden die Vorteile des seit einem Jahr in der AKA eingesetzten Roboters besonders deutlich:

Erhöhte Präzision und feinere, exaktere Bewegungen der Mikro-Instrumente, Ausgleich von möglichen kleinen Abweichbewegungen („Zittern“) des Operateurs, stark vergrößerte und dreidimensionale Darstellung des OP-Feldes sowie Beweglichkeit der Instrumente. Dadurch sind auch komplexe Operationen über kleinste Zugänge möglich. Genau hieraus ergeben sich für die hochkomplexen Prostataoperationen automatisch wichtige Vorteile wie geringer Blutverlust, bessere Möglichkeiten zum Erhalt der Potenz, weniger Inkontinenz, niedrigeres Infektionsrisiko, weniger Schmerzen und somit eine schnellere Erholung für den Patienten.
Daher wird das daVinci-System auch von anderen Fachdisziplinen zum Beispiel bei der Behandlung von Nierenerkrankungen, Blasenkrebs und Blasensenkungen bei Frauen eingesetzt.

Im Anschluss konnten alle Teilnehmer den Roboter direkt in den OP-Räumen der Augusta-Klinik live in Augenschein nehmen. OP-Schwester Dagmar Busch zeigte und erklärte den Besuchern ausführlich die Handhabungs- und Vorgehensweise des daVinci-Systems, während Dr. Ubrig an der Bedienkonsole die Instrumentenführung demonstrierte. „Es ist wichtig“, so der Chefarzt, „dass im Team gearbeitet wird, gerade wenn so viel Technik beteiligt ist.“ Die Vorteile vom Roboter unterstützen OP wurden bei den interessierten Zuschauer auch noch durch einige Beispiele aus dem Videoarchiv verdeutlicht.

Für die Zukunft ist schon eine weitere gemeinsame Veranstaltung zwischen der Selbsthilfegruppe und der Klinik zu dem Schwerpunktthema „Biopsie und Diagnostik bei der Prostataerkrankung“ geplant.