Drähte liefen heiß bei der WAZ-Telefonaktion im Adiopositas-Zentrum NRW

Die Leitungen liefen  heiß, als es am WAZ-Telefon um ausgewogene Ernährung und vernünftige Formen der Diät ging. Im Adipositas-Zentrum NRW der Augusta Kliniken berieten am Mittwoch Dr. med.  Thomas Hulisz und Ernährungsberaterin Frauke Roschkowski  die interessierten Anrufer.

Frauke Roschkowski sprach immer wieder über die Umstellung der Ernährung: Weg von Pommes und Döner, hin zum Beispiel zu Möhren als Snacks. „Eine Dame hat permanent Stress mit ihrer Tochter, weil sie zu viel und falsch isst.“ Sie riet, die fettige Salami gegen mageren Kochschinken, die Pizza gegen Fisch oder Gemüse einzutauschen. Und sie wies immer wieder darauf hin, dass es wichtig sei, viel zu trinken.

„Ich stehe zwei Stunden in der Küche“, ärgerte sich eine Anruferin, „und dann ist alles in fünf bis zehn Minuten aufgegessen.“ Roschkowski riet, bei  solchen Problemen mit  dem Sättigungsgefühl ein Kinderbesteck zu nehmen und dadurch die  Essenszeit zu verlängern. „Da merkt man dann auch, dass man satt ist.“

Auch Normalgewichtige müssen übrigens – besonders so kurz nach den Feiertagen – auf ihre Figur achten. „Drei bis vier Mal wöchentlich“, so Frauke Roschkowski, „ sollte man sich bewegen. Das ist schon die halbe Miete.“ Häufigere Bewegung sei dabei besser, als den Kreislauf nur einmal, aber dafür sehr viel länger auf Hochtouren zu bringen.

Eine ausgewogene Ernährung, ballaststoffreich und mit viel Obst und Gemüse, sei ohnehin wichtigste Voraussetzung, um den „Festtagsspeck“ wieder zu verlieren. Wer übergewichtig ist und viel abnehmen will, sollte dies langfristig und mit Augenmaß tun. „Crashdiäten bringen gar nichts außer den Jojo-Effekt“ sagt Dr. Hulisz. „Wer richtig abnehmen will, sollte sich auf zwei Kilo pro Monat beschränken.“

Ein 82jähriger Anrufer wollte lediglich wissen, ob Olivenöl denn gut sei. Dem Mann konnte zugestimmt werden. Er solle nicht zu viel davon nehmen. Eine Seniorbürgerin  fragte, ob es Sinn mache mit über 60 Jahren noch abzunehmen. Sie habe gelesen, dass dies eh keinen Erfolg mehr habe, eher schädlich sei und keine gesundheitlichen Vorteile mehr bringe. Da widersprach der Leiter des Adipositas-Zentrums kategorisch: „Wir hatten in unserem Haus schon Patienten bis 79 Jahre, die erfolgreich abgenommen haben.“

Eine Anruferin mit einem Körpergewicht von mehr als drei Zentnern fragte, was sie unternehmen könnte. Ihre vielen kurzfristigen Diätversuche hatten nichts gebracht. Sie fragte nach langfristigen und professionell begleiteten Lösungen, wie sie auch im Lindener Adipositas-Zentrum angeboten werden.

Einige der Anrufer hatten gleichermaßen Glück und Pech: Wegen Überlastung der Telefonleitungen im Adipositaszentrum, waren die Experten zeitweise nicht zu erreichen, aber Dr. Hulisz beriet die Anrufer noch lange nach der Aktion und rief die Interessierten auch zurück.