Irmgard Figge wird 100 Jahre

Einen Rollator benötigt sie zwar – aber mit dieser rollenden Gehhilfe ist Irmgard Figge noch ganz allein im Augusta Seniorenheim am Kesterkamp unterwegs. Am Sonntag, 20. Februar, feiert die rüstige Bochumerin dort ihren 100. Geburtstag.

Die Jubilarin wurde als Irmgard Owermann in Wattenscheid geboren, lebte allerdings die meiste Zeit im Bochumer Südwesten. In ihrer Jugend besuchte sie die Schwesternschule. Aber ihr Wunsch, Handarbeitslehrerin zu werden, ging nicht in Erfüllung, weil in erster Linie damals ihre beiden Brüder gefördert wurden.

Bis zu ihrer Hochzeit im Jahre 1938 arbeitete Irmgard Figge noch im Biergeschäft ihrer Eltern mit. „Wir haben mit dem Pferdewagen Kohle nach Wuppertal gebracht“, erinnert sie sich, „und für den Erlös dort Wicküler Bier eingekauft.“ Diese Touren dauerten immer einen ganzen Tag.

Mit ihrem Mann ist die rüstige Dame viel – und auch sehr weit – gereist. „Wir waren unter anderem in Alaska und in Russland, haben auch einmal eine Rundreise mit dem Hubschrauber gemacht.“ Erst mit 56 Jahren erwarb sie einen Führerschein, um ihren Mann zur Arbeit fahren zu können.

Eigene Kinder hatte sie nie, kümmerte sich aber lange Jahre liebevoll nachmittags um die Kinder ihrer Freunde und Verwandten. „Ich habe für sie gekocht und mit ihnen gespielt.“ Noch heute hat sie engen Kontakt zu ihrer Nichte und den „Ziehsöhnen“, die am Sonntag sicher kommen werden, um ihrer Pflegemutter zu diesem besonderen Geburtstag zu gratulieren.