Im Bild (von links) Antje Streithof-Menzler, Elisabeth Strunkheide und Gabriele Hahner im Gespräch.

Besuchsdienst sucht Verstärkung

Ins Krankenhaus geht keiner gern. Erst recht nicht über besondere Feiertage. „Die meisten Menschen empfinden einen Krankenhausaufenthalt ohnehin als schweren Einschnitt in das gewohnte Leben“, sagt Antje Streithof-Menzler. Aber zu Weihnachten oder zum jahreswechsel werde das natürlich als noch schlimmer empfunden: Im Krankenhausbett statt im Kreise von Familie und Freunden.

Streithof-Menzler ist Seelsorgerin an der Augusta-Kranken-Anstalt in Bochum-Linden und setzt sich aktuell wieder verstärkt dafür ein, den Besuchsdienst des Hauses mit neuen, engagierten Kräften zu verstärken. Unterstützt wird sie dabei von ihrer katholischen Kollegin Gabriele Hahner, die seit diesem Jahr als Gemeindereferentin für die Seelsorge im Helios St. Josefs-Hospital zuständig ist.

„Besuch haben alle Patienten gern“, sagt Dr. Olaf Hagen, Chefarzt der Geriatrischen Klinik am Augusta, „und Besuch ist bekanntermaßen auch sehr hilfreich für die Genesung.“ Es sei aber in der Tat so, dass manche Menschen leider keinen Besuch bekommen. „Das sind zum Beispiel all jene, die keine Angehörigen mehr haben.“ Wer Freunde hat, die selbst schon alt und nur wenig mobil sind, wird ebenfalls über einen Mangel an Besuch klagen. Dabei ist es natürlich in jeder Lebenslage wichtig, mit jemandem über das, was einen beschäftigt, zu reden.

Streithof-Menzler und  ihre Kollegin Hahner wissen natürlich um die Sorgen der Menschen, die nicht das Glück haben, über die Feiertage nach Hause entlassen zu werden. „Es ist manchmal schon traurig“, erzählen die erfahrenen Seelsorgerinnen. „Oft sind die Kinder äußerst beschäftigt oder sogar mit den anderen Familienmitgliedern im Weihnachtsurlaub.“ Die Menschen benötigen noch mehr Zuspruch.

Dabei versuchen die Krankenhäuser natürlich, noch vor besonderen Feiertagen so viele Menschen wie möglich wieder nach Hause zu entlassen. „Der eine oder andere kommt auch zu uns, in die benachbarte Kurzzeitpflege des Augusta“, fügt Dr. Thomas Hulisz an, der diese Einrichtung und die Ambulanten Dienste Augusta leitet. „Dort ist es familiärer.“

Die Aufgabe des zu verstärkenden Besuchsdienstes besteht über das ganze Jahr darin, den Kranken Gesellschaft zu leisten, ein offenes Ohr für ihre Sorgen zu haben, menschliche Begegnungen zu ermöglichen und eventuell kleinere Hilfestellungen zu geben. „Wer sich für ehrenamtliche Mitarbeit entscheidet“, sagt die Antje Streithof-Menzler, „der entscheidet sich auch für neue Lebenserfahrungen, für die Freude an der Mitarbeit im Team des Besuchsdienstes - und auch für Selbsterfahrung. Denn durch diese neue Aufgabe entdecken die freiwilligen Helfer manchmal Fähigkeiten an sich, die sie vorher noch nicht kannten.“

 „Es wäre schön, wenn wir Menschen fänden“, ergänzt Gabriele Hahner, „die unsere Patienten an einem Vor- oder Nachmittag in der Woche besuchen könnten.“ In diesem wertvollen Dienst für andere werde man oft selbst durch das entgegengebrachte Vertrauen, mit einem Lächeln oder einem Dankeschön reichlich beschenkt.

Menschen, die sich für den Besuchsdienst interessieren, sollten sich Gedanken machen, wie sie im frisch begonnenen Jahr Gutes tun könnten. „Es hilft schon, wenn sie den Patienten zum Beispiel Geschichten vorlesen und dabei ein offenes Ohr haben.“ Wenn jeden Tag in jedem der beiden Krankenhäuser ein Ehrenamtlicher zur Verfügung stünde, so Streithof-Menzler, „wäre das eine tolle Sache.“

Interessenten werden in einer kostenfreien Ausbildung (fünf Abendveranstaltungen) auf den Umgang mit kranken Menschen vorbereitet und in Gesprächsführung geschult. Nach der Ausbildung begleiten die Seelsorgerinnen das Besuchsteam weiter. Bei regelmäßigen Treffen finden Erfahrungsaustausch und Weiterbildung statt. Zum Infoabend am 31.01.2012, um 18.00 Uhr, im Augusta Linden, Dr.-C.-Otto-Str. 27, laden die Seelsorgerinnen herzlich ein. Interessierte melden sich unter 0234/ 517-3 (Augusta Kranken-Anstalt) und 0234/418 237 (Helios St. Josefs-Hospital). Die Seelsorgerinnen rufen zurück.