Brustkrebs-Solidaritätslauf: Riesenerfolg mit über 600 Teilnehmern

Das war ein Auftakt nach Maß für den ersten Bochumer Solidaritätslauf gegen Brustkrebs, der am Sonntag über 600 Teilnehmer in den Bochumer Stadtpark lockte. Eingeladen hatte der noch junge Verein „Aktiv gegen Brustkrebs“, der schon am Tag zuvor im Museum einen Informationstag veranstaltet hatte.

Hochkarätige Spezialisten hatten den Besuchern in der Bel Etage der Bochumer Kultur unter anderem erklärt, dass Sport ein wesentlicher Faktor sei für die Gesunderhaltung, die Krebsvorbeugung – und ganz besonders auch für Krebspatientinnen auf ihrem individuellen Weg zur Genesung. Da passte der sonntägliche Lauf bestens ins Gesamtbild dieses Aktionswochenendes. Marina Grochowski freute sich als Vorsitzende des Vereins über weltmeisterliche Unterstützung: Die Ex-Titelträgerinnen Melanie Paschke und Sabine Braun waren ebenso dabei wie ihre Kollegin Heike Drechsler.

Die drei Sport-Promis übernahmen die Aufgabe, die Jogger und Walker vor ihrem Start aufzuwärmen. Das war eine spektakuläre Aktion, denn beinahe alle, die sich im Schatten des Bismarckturms versammelt hatten, machten mit. Zu Herbie Hancocks jazzigem „Cantaloupe Island“ bogen und dehnten sich die Teilnehmer auf „Betriebstemperatur“. Darunter auch Priv.-Doz. Dr. Gabriele Bonatz, die Chefärztin des Brustzentrums und der Frauenklinik der Augusta-Kranken-Anstalt.

Auch sie ist Vorstandmitglied von „Aktiv gegen Brustkrebs“, denn der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, das Augusta Brustzentrum bei allgemein verständlichen Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung zu unterstützen. Während einer Brustkrebserkrankung gebe es zudem für die Kinder der Patientinnen kaum Hilfsangebote. „Wir wollen ein Projekt zur psychologischen Unterstützung dieser Kinder auf die Beine stellen“, so Marina Grochowski, „und den Frauen ergänzende Hilfestellung geben, wo das Gesundheitssystem nicht mehr greift.“

Ein erster Schritt ist an diesem Wochenende getan worden. Mit Hilfe der Leichtathleten des VfL Bochum haben die engagierten Brustkrebs-Aktivistinnen ihrem Thema sehr viel Aufmerksamkeit verschafft. Das lag natürlich nicht nur an der exzellenten Vorbereitung und ein bisschen Glück mit dem Wetter, sondern auch an den drei Weltmeisterinnen, die sich mit sichtbarem Spaß in den Dienst der Sache stellten.

Zur Überraschung aller hatten sich Melanie Paschke und Heike Drechsler nicht bei den Joggern, sondern – wie Dr. Bonatz auch - bei den Walkern eingereiht. Die beiden ehemaligen Spitzenathletinnen machten noch im Zieleinlauf jede Menge Faxen und simulierten einen Spaß-Spurt, den Ex-Sprinterin Paschke um Millimeter für sich entschied.

Wenn wir schon beim Spaß sind: Warum das „Walking Team“ der blau-weißen Stadt Bochum ausgerechnet in leuchtendem Schwarz-Gelb antrat, blieb nicht nur den Teilnehmern dieses ersten Solidaritätslaufes verborgen. Moderatorin Katja Leistenschneider, die viele Gäste auf ihrer Showbühne begrüßt hatte, bekam auf diese Frage keine Antwort.