7,3t-Alu-Koloss über Nacht präzise montiert

Hoch in den Himmel hob der 80 Tonnen-Spezialkran die neue Verbindungsbrücke zwischen dem Gesundheitszentrum Bochum und dem Parkhaus der Augusta-Kranken-Anstalt, bevor er den 22 Meter langen Aluminium-Koloss beinahe passgenau,  Zentimeter für Zentimeter, dahin manövrierte, wo er verschraubt werden sollte.

Ungeheuer genau manövrierte der Kranführer die riesige Konstruktion, deren parkhausseitiges Endstück sogar einen sanften Besuch im Parkhaus machte, bevor die Brücke millimetergenau Richtung Gesundheitszentrum bewegt wurde. Gemessen an Größe und Gewicht ging die nächtliche Präzisionsarbeit an der Bergstraße allerdings ziemlich schnell: Bereits gegen 1.30 Uhr in der Nacht auf den Sonntag schwebte die Brücke ziemlich genau an den Stellen, wo sie befestigt werden sollte. Bohr- und Schraubarbeiten sowie die endgültige Montage dauerten allerdings noch  bis in den frühen Morgen.

Auch ein Amateurfotograf hatte sich auf die Baustelle verirrt, um – „aus Spaß an der Freude“ – ein paar spektakuläre Bilder zu machen. Die aktuell noch gesperrte Brücke verbindet zukünftig die Ebene 2 des Gesundheitszentrums Bochum (GEBO) mit Ebene 5 des gegenüber liegenden Augusta-Parkhauses. Die Brücke ist 7,3 Tonnen schwer, was deutlich leichter ist, als eine vergleichbare Stahlkonstruktion. Dafür ist das Bauwerk auch haltbarer als Stahl. „Man kann mit einer Lebenszeit von deutlich mehr als 80 Jahren rechnen“, erklärt Heinz Willand, Ingenieur der Firma Glück. Das Kostenvolumen beträgt rund 130.000 Euro.
Die nächtlichen Arbeiten hatten erst begonnen, als der letzte Linienbus die Bergstraße passiert hatte. Zunächst war an der Bergstraße der Spezialkran aufgebaut worden. Morgens fuhren die Busse schon wieder ohne Behinderung.
Wer die Brücke selbst ausprobieren möchte, hat dazu spätestens am 2. Oktober Gelegenheit. Dann lädt das Gesundheitszentrum Bochum alle Interessierten ein zum Tag der offenen Tür (10 bis 16 Uhr).

Zusatzinfo:
Die ausführende Firma Glück Brücken aus dem süddeutschen Engen ist erst seit sieben Jahren am Markt. Der Inhaber hat allerdings sehr viel Erfahrung in diesem Geschäft gesammelt, bevor er sich selbstständig machte. Das wissen die Kunden zu schätzen: Rund 200 Brücken hat die Firma seither realisiert. Eine ganze Reihe auch im Ruhrgebiet.