Augusta-Akademie Bochum hat in 20 Jahren mehr als 1.000 Altenpfleger ausgebildet

1.000 Altenpfleger haben sie dort bereits ausgebildet. Jetzt feierte das Altenpflege-Fachseminar der Evangelischen Stiftung Augusta mit einem Festakt sein 20jähriges Bestehen im Saal in des Seniorenheims am Kesterkamp in Bochum-Linden.

Vor vielen Gästen gab Dipl.-Psych. Uwe Machleit, Leiter der Augusta-Akademie einen Rückblick auf die komplexe Entwicklung des Berufsbildes. So habe man inzwischen vier verschiedene Ausbildungen sowie verschiedene Finanzierungssysteme durchlebt. Dabei sei die Ausbildung heute notwendiger denn je: Durch den Aus- und Neubau ambulanter wie stationärer Versorgungs- sowie verschiedener geriatrischer Einrichtungen werden immer mehr Fachkräfte für die Altenpflege benötigt.

In der zweijährigen Ausbildung in Theorie und Praxis mit einem anschließenden Berufsanerkennungsjahr wurden seit Bestehen alleine in der Augusta-Akademie Bochum, zuletzt in sechs Klassen gleichzeitig, über 1000 Altenpfleger ausgebildet. Zukünftig sei es wichtig das Image des Berufsbildes der Altenpflege weiter zu verbessern. Dabei geht es auch darum, dass die Altenhilfeträger ihre Ausbildungsbereitschaft steigern. Auch sieht Machleit Zukunft in einem 2008 begonnen Projekt hier lebende Menschen mit Migrationshintergrund, die ohne Abschluss sind, verstärkt mit in der Altenpflege einzubinden.

Als Gastredner unterstrich auch Lothar Budde, zuständiger Referent vom Landessgesundheitsministerium, dass die Attraktivität des Berufes herausgestellt werden,  in der Öffentlichkeit mehr und positiver berichtet werden müsse. Bereits Ende 2010 werde es voraussichtlich 1.000 Fachkräfte zu wenig geben, obwohl es in NRW aktuell durch ein Förderprogramm 5.000 statt früher 3.500 Schüler gibt. Dieses Programm läuft aus, so dass die zukünftige Finanzierung noch unklar ist.

Budde hofft auf eine Verlängerung des Programms, rechnet aber eher mit einem bereits diskutiertem Umlageverfahren. Dabei sollen alle Heime und Ambulanten Pflegedienste - gleich ob sie selber ausbilden oder nicht -  in einen gemeinsamen Topf. einzahlen, aus dem dann die Ausbildung finanziert wird. Außerdem will man eine Onlinebörse für offene Stellen speziell für den Bereich Altenpflege einrichten.

Als zweiter Gastredner gratulierte und dankte Ulrich Christofczik, Geschäftsführer der Pflege-, Alten- und Behindertenarbeit in der Diakonie Rheinland, Westfalen und Lippe insbesondere Herrn Machleit und der Stiftung für ihr großes Engagement. Dabei gab es in der Vergangenheit durch ständig neue Gesetze und Auflagen immer wieder viele Umstellungen und die damit verbundenen Probleme zu meistern.

Christofczik unterstrich die zukünftige Diskrepanz zwischen den – wegen der demografischen Entwicklung - benötigten Altenpflegern und dem eher geringen Angebot auf dem Arbeitsmarkt.  Hier werde die Schere weit auseinander gehen. Durch Verbesserung der Image- und Arbeitsbedingungen in der Altenpflege könne dem entgegengewirkt werden. Karrieremöglichkeiten müssen herausgestellt werden. Wichtig sei eine feste Finanzierung der Ausbildung. Qualität gebe es dabei nicht zum Nulltarif.

Im Anschluss war natürlich auch für das leibliche Wohl gesorgt. Zwischen den Häppchen gab es noch einen äußerst regen Meinungsaustausch zwischen Gastrednern, Altenpflegern sowie den Schülerinnen und Schülern.  Jürgen Platzmann