Mobiles Snoezelen am Kesterkamp

Es geht um Gemeinsamkeit und gemeinsames Handeln, wenn ein Familienmitglied an Demenz erkrankt. Deshalb war "Gemeinschaft leben" das Motto des Welt-Alzheimertages am 21. September. Die Expertengruppe Demenz veranstaltet in diesem Rahmen aktuell eine Woche lang die „Bochumer Alzheimer Tage 2010“.

„In den vergangenen Jahren gab es punktuelle Veranstaltungen“, bilanziert Dr. Olaf Hagen, Chefarzt der Klinik für Geriatrie an der Lindener Augusta-Kranken-Anstalt. „Nun ist der Rahmen erstmals etwas größer geworden.“ In der Expertengruppe Demenz kooperieren Mediziner, Altenheime, das Rote Kreuz und die Alzheimer-Gesellschaft. Und die Gruppe legt diesmal ein wirklich umfangreiches Programm für alle Bochumer Stadtteile vor, das auf breite Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen und auf viel Gemeinsamkeit setzt.

Der Aktionstag im Lindener Augusta-Seniorenheim, am Kesterkamp 20, findet am Dienstag, 5.Oktober statt: In der Zeit von 14 bis 17 Uhr ist Thema „Mobiles Snoezelen“ das Thema. Im Verlauf der Veranstaltung, die in Kooperation mit dem Rosalie Adler Zentrum und dem Heinrich König Zentrum , gestaltet wird, hält Chefarzt Dr. Hagen einen Vortrag (15 Uhr) „Der demente Patient im Krankenhaus“.

Laut Internet-Lexikon Wikipedia ist „snoezelen“ (sprich: „snuzelen“) eine von zwei Zivildienstleistenden in den Niederlanden 1978 zusammengestellte Wortneuschöpfung aus den beiden Wörtern „snuffelen“ (schnüffeln, schnuppern) und „doezelen“ (dösen, schlummern). Es gehe darum, so Christiane Wähner, Chefin der Gerontopsychiatrie am Augusta, aktive Reize zu setzen mit verschiedenen Materialien. „Taktile Reize“ ergänzt Dr. Hagen, „sind enorm wichtig für schwer betroffene demente Patienten.

Am Welt-Alzheimertag finden seit 1994 in aller Welt vielfältige Aktivitäten statt, um die Öffentlichkeit auf die Situation der Alzheimer-Kranken und ihrer Angehörigen aufmerksam zu machen. Weltweit, so ist es auf der Internetseite der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft zu lesen, sind etwa 35 Millionen Menschen von Demenzerkrankungen betroffen, zwei Drittel davon in Entwicklungsländern. Bis 2050 wird die Zahl auf voraussichtlich 115 Millionen ansteigen, besonders dramatisch in China, Indien und Lateinamerika.