Neue Patientenverfügung der Evangelischen Stiftung Augusta vorgestellt

Das Interesse war groß, denn das Thema ist und bleibt enorm wichtig: Über 80 Interessierte kamen im Augusta–Seniorenheim in Bochum-Linden zusammen, um sich über das Thema „Patientenverfügung“ zu informieren. Insbesondere stellte die Evangelische Stiftung Augusta den Menschen im Haus am Kesterkamp ihre brandneue, hauseigene Patientenverfügung vor. Es gab allgemeine aber auch spezielle Informationen – und es durfte nach Herzenslust gefragt und diskutiert werden.

Schon eine Woche früher hatte das Ethikforum der Stiftung im Hörsaal des Institutsgebäudes an der Bergstraße die neu gefasste Verfügung den Verantwortlichen im eigenen Hause präsentiert und erläutert. Damit ist das medizinische Fachpersonal der Augusta Kliniken in Bochum und Hattingen nun in der Lage, drängende Patientenfragen zu beantworten.

Nach einem Urteil der Bundesgerichtshofes, so erklärte Annegret Hintz-Düppe, zentrale Pflegedienstleiterin der Evangelischen Stiftung Augusta, seien die alten Patientenverfügungen oft zu pauschal formuliert gewesen, so dass es bei Ärzten und Angehörigen zu Gewissenskonflikten kam, was denn nun wirklich Wille und Vorstellung des Patienten war. Daher gibt es seit September 2009 ein Patientenverfügungsgesetz im Bürgerlichen Gesetzbuch, durch das die schriftlichen Willenserklärungen von Kranken, die sich mündlich nicht mehr äußern können, jetzt eine gesetzliche Basis haben.

Dies war der Anlass für die Mitglieder des Ethikforums der Evangelische Stiftung Augusta, mit Unterstützung des Bochumer Rechtsanwalts Arno Hilgenstock eine neue, allgemeine, überkonfessionelle Patientenverfügung zu erarbeiten. Über ein Jahr haben die Hattinger und Bochumer Verantwortlichen aus Medizin, Seelsorge und Pflege mit juristischer Unterstützung an Formulierungen und Aufbau gefeilt. Dabei war es zum einen besonders wichtig, die neuen gesetzlichen Bestimmung zu berücksichtigen, aber auch eine Form zu finden, die für den Betroffenen verständlich, nachvollziehbar und logisch ist. „Bei vielen uns vorliegenden Verfügungen“, so Annegret Hintz-Düppe, „mangelte es in der Tat an der Verständlichkeit, die uns besonders wichtig war.“ So hatte man im Gremium ein besonderes Augenmerk auf eine Einführung gelegt, die detailliert über Sinn, Zweck, Inhalt und Formvorschriften aufklärt. Hier betonte Hinz-Düppe, dass die Patientenverfügungen innerhalb der Evangelischen Stiftung Augusta nur mit einer Beratung herausgegeben werden sollen. Schließlich geht es um die Offenlegung und konkrete Formulierungen über die Einstellung zum Leben und Sterben. Wichtig sei auch, dass man seine Patientenverfügung von Zeit zu Zeit noch einmal überprüft bzw. aktualisiert und dann neu abzeichnet. Logisch, dass die Verfügung jederzeit widerrufen werden kann.

Die neue Patientenverfügung der Evangelischen Stiftung Augusta ist ab sofort bei der Seelsorge, den Sozialdiensten und den verschiedenen Chefarztsekretariaten der Augusta Kliniken in Bochum und Hattingen innerhalb der Stiftung gegen eine Schutzgebühr von einem Euro erhältlich, wobei alle Einnahmen an die hauseigene Palliativeinrichtung der Evangelischen Stiftung Augusta fließen.