„Knopfloch-Operationen“
bei Krebserkrankungen der Gebärmutter und des Gebärmutterhalses

„Knopfloch-Operationen“ sind medizinischer Standard in vielen Fachdisziplinen – nicht jedoch bei der Behandlung bösartiger Tumoren an der Gebärmutter und des Gebärmutterhalses. Priv.-Doz. Dr. Gabriele Bonatz, Chefärztin der Frauenkliniken der Augusta-Kranken-Anstalt Bochum und des EvK Herne, Abteilungsärztin Luljeta Korca und Oberärztin Elzbieta Witt gehören zu den endoskopisch versierten Operateuren in Deutschland, die auch bei diesen Krebserkrankungen der Frau große Bauchschnitte vermeiden können.

„Wir zählen in Deutschland damit zu den wenigen Kliniken, in denen diese Technik beherrscht wird,“ sagt Frau Dr. Bonatz mit gewissem Stolz.

Ein „großer Bauchschnitt“ beginnt oberhalb des Schambeins und wird bis über den Bauchnabel hinaus fortgesetzt. Diese „offene OP“ bedeutet in der Regel deutlich größeren Blutverlust sowie eine größere Belastung für die Patientin. „Und nach der Operation“, so die Chefärztin, „treten häufiger Blasen- und Darmfunktionsstörungen auf.“

Vor dem Hintergrund ihrer langjährigen Erfahrung auf dem Gebiet der minimalinvasiven Chirurgie, operieren Bonatz, Korca und Witt deshalb seit langer Zeit über das Endoskop, durch knopflochgroße Schnitte. „Über das Endoskop sehen wir den Bauchinnenraum und das Operationsgebiet in zehnfacher Vergrößerung“, erläutert Witt. So sei eine präzisere Darstellung von Nerven und Blutgefässen möglich – und damit auch präziseres Operieren. Kleine Schnitte – das heißt auch: Weniger Narbenschmerzen, wesentlich kürzere Krankenhausaufenthalte und eine kürzere Erholungsphase daheim.

Sehr viel Erfahrung ist für die besonders anspruchsvollen, minimalinvasiven Eingriffe die Genitalkarzinome betreffend erforderlich „Es geht unter anderem darum“, so Korca, „Lymphknoten entlang der Hauptschlagader im Bauch zu entfernen.“ Die Operation durch das Endoskop sei nicht wesentlich zeitaufwändiger als über den Bauchschnitt, für den Operateur jedoch sehr viel anstrengender. Deshalb wechseln sich am OP-Tisch insgesamt drei speziell geschulte Operateurinnen ab.

Das Team um Dr. Bonatz führt diese Operationen sowohl am Evangelischen Krankenhaus in Herne als auch an der Augusta-Kranken-Anstalt gemeinsam durch. Die Fallzahl endoskopischer Operationen ist in den letzten Jahren derart gestiegen, dass die Kliniken jetzt gemeinsam als Ausbildungszentrum der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Endoskopie antreten wollen.

Ziel ist es, die minimalinvasive Operationslehre einschließlich der sehr schwierigen Techniken bei Krebserkrankungen des weiblichen Genitale zu verbreiten. Dies war auch das innigste Anliegen von Prof. Kurt Semm, dem Wegbereiter der minimalinvasiven Chirurgie in Deutschland, bei dem Dr. Bonatz ihre „Lehrjahre“ verbracht hat. Er wäre sicher stolz auf seine Schülerin.