Kulturhauptstadt 2010: Das Augusta ist dabei

Das Gesundheitszentrum Bochum (GZBO) strahlt im Licht der Kulturhauptstadt 2010 – und die Kulturhauptstadt sonnt sich auch ein wenig im künstlerischen Licht der Augusta-Kranken-Anstalt:  An der Bergstraße wurden am Donnerstag drei große, flächige Stahlskulpturen montiert. Atemberaubende Skulpturen, Kunst am Bau und vor allem Kunst für Menschen in besonders schwierigen Lebenssituationen. „Das ist unser Beitrag zur Kulturhauptstadt 2010“, sagt Augusta-Geschäftsführer Ulrich Froese.

Ins GZBO integriert ist eine kleine, ebenerdige Parketage, deren drei riesengroße Lichtöffnungen der Überlinger Künstler Jochen Schimpfle-Andresen ansprechend gestaltete: Der Durchblick ist weiterhin gewährleistet, aber der Blick wird angenehm gefangen genommen von den stählernen Riesen: Sich zugewandet Gesicher, sich berührende Hände – als Ausdruck von Nähe, Zuwendung, Hilfe,  Kommunikation

Die starken Männer vom Technischen Dienst des Augusta hatten alle Hände voll zu tun, die schweren Stahlskulpturen an ihre Plätze zu hieven: 100 Kilogramm oder mehr wiegt jedes  die fünf Einzelteile des Gesamtkunstwerkes, das in den großen Wand-Öffnungen dennoch filigran wirkt. Die stählernen Rahmen des Werkes sind mit Keramik veredelt – und oberhalb werden auf der Fassade in Kürze noch drei Textpassagen montiert: „Hilfe suchen – angenommen werden“. „Gespräche – Antworten finden“. „Therapiewege – Heilung und Genesung“.

Die „Augustaner“ Markus Kunigk, Erwin Glassmann, Andreas Gump, Ralf Hoffmann, Charly Bytygi, Kai Endemann, Johann Domnik schauten bei der teilweise schwierigen, vor allem aber schweißtrebenden Montage nicht einmal auf die Uhr, wie der Technische Leiter, Architekt Stephan Herget betone. Am Donnerstag waren sie weit nach ihrem normalen Dienstschluss noch mit dem Künstler auf der Baustelle.

Geschäftsführer Froese ist nicht nur als Privatmann Kunstsammler und Förderer der Kultur. Er versteht Kunst – neben der Medizin - als einen ganz wichtigen Beitrag zur Genesung der ihm und seinen drei Krankenhäusern anvertrauten Menschen. Und nicht nur Jochen Schimpfle-Andresen, der im September seinen 70. Geburtstag feiern wird, ist ihm dabei seit 20 Jahren ein kongenialer Partner.

Schimpfle wurde in Wertheim am Main geboren, studierte und lebte in Frankfurt am Main, bevor es ihn 1964 nach Süden zog, ans Ufer des größten deutschen Binnengewässers, den Bodensee. Seine Werke stehen nicht nur in Bochum, sondern unter anderem auch in Zürich, in Düsseldorf und Frankfurt.