Dr. Shagdarsuren operiert im EvK

Eine neue Ärztin sorgt seit Oktober bei Erkrankungen von Hals, Nase oder Ohren für die Menschen in Hattingen. Und der Name lässt darauf schließen, dass sie von weit, weit her kommt. Dr. Sarantuya Shagdarsuren, die zudem in der Nachfolge von Dr. Ludger Helmer die Belegabteilung des Evangelischen Krankenhauses (EvK) betreut und dort auch operiert, wurde in der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar geboren, besitzt aber schon lange einen deutschen Pass.

Von Hattingen Mitte bis in die Mitte der Mongolei sind es laut Google Maps 6602 Kilometer. In Ulaanbaatar absolvierte Shagdarsuren die Oberschule und die Universität. 1993 machte sie ihr Examen mit der Note „sehr gut“, wurde später, an der Bochumer Ruhr-Uni, promoviert.

Die Facharzt-Ausbildung musste sie doppelt machen: Der bereits abgeschlossenen Ausbildung in der Mongolei folgte von 1999 bis 2004 eine weitere an der Ruhr Universität, wo sie später nicht nur medizinisch, sondern auch wissenschaftlich arbeitete. Bevor sie sich in Hattingen, am Obermarkt 11, niederließ, war Dr. Shagdarsuren an der HNO-Klinik der Uni Witten/Herdecke tätig.

Die Buddhistin ist verheiratet und hat einen 19jährigen Sohn. „Früher bin ich in meiner Freizeit viel geritten“, sagt sie. „Dafür reicht heute die Zeit nicht mehr.“ Vor wenigen Tagen noch hat die Familie der 42jährigen Medizinerin Zuwachs bekommen. „Wir haben den zehnjährigen Enk aus der Heimat adoptiert.“

Ulaanbaatar bedeutet laut Internet-Lexikon Wikipedia im Monglischen „roter Held“. Die bekannteren, russischen Schreibweisen sind Ulan-Bator oder Ulan Bator. In der Stadt leben mehr als eine Million Menschen. Das sind 39 % aller Einwohner der Mongolei.