Nur ein kleiner Teil der Kissen ist auf diesem Bild zu sehen, das bei der Übergabe an den neu gegründeten Verein "Aktiv gegen Brustkrebs" in der Augusta Klinik entstand.

300 Herzkissen helfen gegen Schmerzen

Viel Herz und viel Arbeit investierten ein Dutzend Mitarbeiterinnen der Bochumer Firma Roeser Medical in fast 300 sogenannte „Herzkissen“: In ihrer Freizeit schnitten, nähten und füllten die engagierten Frauen diese herzförmigen Kissen, die nun vielen Brustkrebspatientinnen helfen werden: Auf der Seite der operierten Achselhöhle unter den Arm geklemmt lindern sie Druck- und Narbenschmerzen sowie Lymphschwellungen.

Vor wenigen Tagen übergaben die Frauen ihr ebenso großherziges wie voluminöses Geschenk in der Augusta Klinik an der Bergstraße dem Verein „Aktiv Gegen Brustkrebs e.V.“ und der zweiten Vorsitzenden Esther Goetzl. „Das Kissen hilft und entlastet wirklich“, begeisterte sich die frisch operierte Patientin Inge Bonk - und sicherte sich aus dem großen Haufen gleich noch ein zweites Kissen.

Initiatorin der Aktion war Kerstin Mönnighoff-Veit, Leiterin der Roeser Akademie. „Ich bin von einer Bekannten aus Köln angesprochen worden“, sagt sie, „und war direkt begeistert von der Idee, die aus den USA über Dänemark nach Deutschland gekommen ist.“ Die Roeser-Geschäftsführung übernahm die Materialkosten, die Frauen die Arbeit. Entstanden ist ein riesiger Berg von Kissen, die der gerade gegründete Verein nun im Augusta Brustzentrum an die betroffenen Frauen verteilen wird.

Alexandra Lucas war eine der Näherinnen. „Ich habe gleich gesagt, dass ich mitmache“, lacht sie, „und mir erst danach von meiner Mutter erklären lassen, wie eine Nähmaschine funktioniert.“ Alle Mitstreiterinnen waren begeistert von der Idee. Innerhalb von vier Monaten verarbeiteten die Damen von Roeser und der Tochterfirma HospiGate 48 Meter Stoff für die bunten Kissenhüllen sowie mehr als 45 kg Füllmaterial.

Jedem Kissen haben die fleißigen Näherinnen noch einen Zettel mit Sinnsprüchen angeheftet. Der kleine Text soll Hoffnung spenden und Mut machen. Beispiel: „Wenn der Tag nicht hell ist, sei Du heiter. Sonne und froher Sinn sind Gottes Streiter.“

Mönnighoff-Veit sieht die Kissenübergabe auch als eine Initialzündung. „Wir möchten weitere Frauen dazu anregen, Herzkissen zu nähen.“ Dabei wird auch das Thema Brustkrebs in den Fokus gerückt. Mit Augusta-Chefärztin Priv.-Doz. Dr. Gabriele Bonatz diskutierte sie zudem über weitere Kooperationsmöglichkeiten. „Es geht darum“, so Dr. Bonatz, „früh über Vorsorge zu informieren.“ Bei Roeser Medical arbeiten sehr viele Frauen und die hauseigene Fortbildungseinrichtung macht eigene Angebote möglich.

Info:
Roeser Medical, ein bundesweit aktiver Dienstleister für Krankenhäuser, zog Ende 2009 mit rund 350 Mitarbeitern von Mülheim nach Bochum in das alte Nokia-Gebäude. Weitere Infos zu den etwa 30x45 cm großen heart-pillows“ und zur Aktion im Internet unter www.heartpillow.dk

An der Näh-Aktion beteiligt waren folgende Näherinnen, denen der Dank des Vereins und der Patientinnen gilt: Alexandra Lucas, Sabine Eidam, Aysel Kuru, Sabine Brenner, Katrin Kindl, Anja Bußfeld, Stephanie Martin, Sigrid Stempel und Kerstin Mönnighoff-Veith, die alle oben auf dem Bild zu sehen sind. Nicht im Bild, aber aktiv dabei waren Elke Mehler, Tina Scharping und Julia Schnabel.