Im Bild: Intensivpfleger Carsten Jehle als Patient

Vertraute Menschen helfen bei der Genesung
Erneutes Zertifikat der Stiftung Pflege für IBE des EvK

Das war eine große Ehre, die der Intensiv-Behandlungseinheit (IBE) des Evangelischen Krankenhauses Hattingen im Juni 2007 zuteil wurde: Die gemeinnützige Stiftung Pflege e.V. zeichnete die IBE des EvK als bundesweit erste Intensivstation aus für ihr besonders patienten- und angehörigenfreundliches Gesamtkonzept sowie die individualisierten Besuchsregelungen. Diese Auszeichnung wurde dem EvK jetzt zum zweiten Mal überreicht.

Drei Jahre sind vergangen. Seitdem sind 60 weitere angehörigenfreundliche Intensivstationen im Internetauftritt der Stiftung Pflege gelistet, aber das Evangelische Krankenhaus Hattingen genießt weiter eine die Ausnahmestellung als „Nummer 1“ der Republik. Ex-Landesgesundheitsministerin Birgit Fischer kam damals zur Premiere ins EvK und freute sich mit Chefarzt Dr. Gerhard Schlosser und seinem Oberarzt Dr. Ulrich Kampa.

„Vertraute Menschen spielen für Intensivpatienten eine besonders wichtige Rolle“, erklärt Stefan Juchems, Assistent des Vorstandes der Stiftung Pflege e..V. im Begleitschreiben der erneuerten Auszeichnung. „Sie geben dem Kranken das wichtige Gefühl, dass sich jemand kümmert und tragen ganz wesentlich zur Genesung von Patienten bei, die aufgrund ihres kritischen Gesundheitszustandes auf Intensivstationen behandelt werden.“ Dies seien jährlich ca. 2 Millionen Menschen in den etwa 20.000 deutschen Intensiv-Betten.

Deshalb, so hatte Prof. Christel Bienstein vom Vorstand der Stiftung Pflege schon 2007 gesagt, sei es erstaunlich, dass Angehörigen und vertrauten Personen in einigen Krankenhäusern der Zugang zum Krankenbett immer noch durch strenge Regeln und oft nicht nachvollziehbare Gründe erschwert wird.

Im EvK sind aus sehr verschiedenen Gründen flexible und patientenfreundliche Besuchsregelungen seit vielen Jahren Standard. „Es war schon überraschend“, sagte Stationsleiter Frank Sewing, „dass wir 2007 für etwas ausgezeichnet wurden, was für uns selbstverständlich war und ist.“ Aber man freute sich damals wie heute natürlich sehr, dass man dieses neue Zertifikat bekam.

„Die Patienten brauchen mehr Normalität in dieser abnormalen Lebenssituation“, so Dr. Ulrich Kampa, Oberarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin und Leiter der IBE. Es seien z.B. schon vor sehr vielen Jahren in allen Zimmern Fernsehgeräte installiert worden. Dies sei Teil der Normalität. Und die „Glotze“ helfe sogar bei der zeitlichen Orientierung, denn die meisten Intensivpatienten verlieren den Tag-Nacht-Rhythmus. Die wissen dann: „Ach ja, Tageschau, jetzt ist es Abend.“ Es werde sogar individuelle Musik für den Patienten eingespielt und es gebe, wenn es gewünscht werde, eine Übernachtungsmöglichkeit für die Angehörigen.