Schmerzfrei auch am Ende des Lebens

Die Menschen werden immer älter und der Anteil der Senioren an der Bevölkerung wächst stetig. Damit steigt auch die Anzahl derer, die am Ende ihres Lebensweges auf Pflege angewiesen sind – und ihr Recht einfordern auf maximale Menschenwürde und minimale Schmerzen. Dies gilt insbesondere für Krebspatienten, denen die Ärzte nicht weiter helfen können.

„Gerade diesen Menschen müssen wir gerecht werden“, fordert Dr. Thomas Hulisz. Der Arzt ist Leiter der Ambulanten Dienste der Augusta Kliniken und des Evangelischen Krankenhauses Hattingen. Und er ist Mitglied im Palliativnetz Bochum, das sich diesen besonderen Patienten mit besonders ausgebildetem Pflegepersonal widmet. „Palliativ“ steht heute im Gegensatz zu kurativ (heilend). Die Weltgesundheitsorganisation definiert, dass Palliativversorgung die aktive, totale Pflege von Patienten sei, deren Krankheit nicht auf eine Behandlung anspricht. Die Kontrolle des Schmerzes (sowie anderer Symptome und Probleme) habe dabei höchste Priorität. „Ziel der Palliativpflege“, so Dr. Hulisz, „ist die Erreichung der bestmöglichen Lebensqualität für Patienten, aber auch für ihre Familien.“

Nahezu jeder hat im Kreis der Verwandten und Bekannten schon von todgeweihten Menschen gehört. Mit der Augusta-Kranken-Anstalt und dem Knappschaftskrankenhaus gibt es zwei große onkologische Zentren in Bochum. Prof. Dr. Dirk Behringer (Augusta) und sein Kollege Prof. Dr. Wolff Schmiegel behandeln und begleiten Krebspatienten auf ihrem oft sehr schweren Weg, der manchmal auch zum Tod führt. „Aber auch wenn das Leben endet“, so sagt Gabriele Krumnack, Leiterin der Langendreerer Sozialstation des Augusta. „Schmerzen muss am Ende seines Lebens niemand erdulden. Palliativpflege kann und muss das verhindern.“

Jeder hat das Recht auf palliative Begleitung. Diese Feststellung war einer der Leitsätze bei der Gründung des Palliativnetzes Bochum, das durch Vernetzung und enge Kooperation die flächendeckende palliative Betreuung in Bochum sicherstellen will. Ärzte, Pflegedienste, Hospize und auch die Angehörigen sollten Kooperationspartner sein im Sinne der Patienten. Voraussetzung für erfolgreiche Arbeit im Sinne der Menschen, so der Info-Folder des Palliativnetzes, „ist eine umfassende Kommunikation untereinander und die Einbringung der jeweiligen Kompetenz … unter Berücksichtigung des Patientenwillens.“

Spendenkonto des Evangelischen Kirchenkreises Bochum, Sparkasse Bochum, BLZ 430 500 01, Kto.Nr. 1 310 762 – Stichwort: Palliativnetz