Kino gegen den Schlaganfall

Zum „Kino gegen den Schlaganfall“ lädt Dr. Rainer Poburski, Chefarzt der Klinik für Neurologie I und der Stroke Unit am Evangelischen Krankenhaus Hattingen, alle interessierten Menschen ein: Am Samstag, 8. Mai, 11 Uhr, zeigt der Chefarzt im Hattinger Central-Kino, Bahnhofstraße 7a, im Rahmen der Aktion „Ruhrgebiet gegen den Schlaganfall“  den eindrucksvollen Dokumentarfilm „Am seidenen Faden“. Nach dem Film ist Gelegenheit zur Diskussion und für Fragen.

Am 8. Mai ist Schlaganfalltag und der eindrucksvolle Film zeigt  die Geschichte einer jungen Liebe, die durch einen Schlaganfall - kurz nach der Hochzeit - auf eine harte Probe gestellt wird: Alle Zukunftspläne des 33-jährigen Cellisten Boris Baberkoff brechen zusammen. Seine Frau, die Regisseurin Katarina Peters, greift zur Kamera und dokumentiert den außergewöhnlichen Heilungsprozess ihres Mannes.

„Jedes Jahr erleiden etwa 150.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall“, erklärt Dr. Poburski. „20 bis 25% der Patienten sterben. Ein Drittel ist auf Dauer pflegebedürftig oder permanent auf Hilfe angewiesen.“ Deshalb, so Poburski weiter, sei die Vorbeugung des Schlaganfalls so extrem wichtig.

Die Risikofaktoren sind bestens bekannt: Erhöhter Blutdruck, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Rauchen, Übergewicht, mangelnde Bewegung, übermäßiger Alkoholgenuss und falsche Ernährung. Bei Menschen mit Bluthochdruck lässt sich beispielsweise durch Medikamente das Schlaganfallrisiko um bis zu 40% senken. Regelmäßige körperliche Betätigung insbesondere mit Ausdauersportarten vermindert das Schlaganfallrisiko um 30%. Zusätzliches Salzen der Speisen erhöht den Blutdruck und auch das Risiko. Salz- und fettarme Kost kann es um 20% senken.

Vor 15 Jahren wurden in Essen die beiden ersten Spezialstationen zur Behandlung von Patienten mit akuten Schlaganfällen in Deutschland eröffnet. Inzwischen gibt es rund 200 Stroke Units in Deutschland, zumeist an neurologischen Kliniken. Sie alle, wie auch das EvK Hattingen, haben sich auf die Behandlung von „frischen Schlaganfällen“ spezialisiert.

Für einen Teil der Patienten ist, ähnlich wie beim Herzinfarkt, eine medikamentöse Behandlungsform möglich, um das für den Schlaganfall verantwortliche Blutgerinnsel im Gehirn aufzulösen. Diese Behandlung wird Thrombolyse genannt. Sie kann im Moment bei Patienten durchgeführt werden, die innerhalb von 4 Stunden eine Schlaganfallstation nach Beginn der Schlaganfallsymptome erreichen.

Große Statistiken zeigen, dass die Sterblichkeit beim Schlaganfall durch die Behandlung auf einer Schlaganfall-Spezialstation gegenüber einer normalen Station um ein Viertel gesenkt werden kann. Darüber hinaus werden weniger Patienten auf Dauer pflegebedürftig. Daher ist es von eminenter Bedeutung, bei Verdacht auf einen akuten Schlaganfall, die Patienten über den Notruf 112 und die entsprechende Rettungszentrale so rasch wie möglich in eine der 26 Stroke Units im Ruhrgebiet zu bringen.

Menschen, die bereits einen leichteren Schlaganfall hatten, haben ein hohes Risiko für einen weiteren und dann schwerwiegenden Schlaganfall. Vorbeugung ist wichtig. Der Verhütung weiterer Schlaganfälle dient allerdings eine Änderung der Lebensführung mit regelmäßiger Bewegung, gesunder Ernährung und Behandlung der erwähnten Risikofaktoren.

Info:

Im Netzwerk Schlaganfall sind 26 neurologische Kliniken im Ruhrgebiet organisiert, die jeweils über eine Spezialstation für die Versorgung von Patienten mit akuten Schlaganfällen, (Stroke Unit) verfügen.  http://www.ruhrgebiet-gegen-den-schlaganfall.de/wDeutsch/index.php