"Kindermund" macht Hoffnung
Eindrucksvolle Aufnahmen karitativer, medizinischer Hilfe in Afghanistan dokumentiert in der Galerie „Rottstr5”.

Südwest. Über eine eindrucksvolle, eigene Foto-Ausstellung können sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Hattinger Projektes „Kindermund” freuen. Diese Ausstellung mit Fotos der Studentinnen Antje Schley und Claudia Hettwer von der Designhochschule Dortmund dokumentiert die karitative, medizinische Hilfe in Afghanistan und wurde am Samstag in der Bochumer Galerie „Rottstr 5” (im Hinterhof) eröffnet, wobei hier Name gleich Adresse ist.

Die Lindener OP-Schwester Rita Arns-Schmitz, die im Evangelischen Krankenhaus (EvK) in Hattingen arbeitet, war Initiatorin und gewissermaßen „Betreuerin” der beiden Fotografinnen auf der Reise von Hamburg nach Kabul und zurück. 75 teils schwer verletzte Kinder nahm die Organisation „Kinder brauchen uns” mit zurück nach Deutschland. Ein Teil von ihnen wurde im EvK von Chefärztin Dr. Dr. Jihan Mohasseb (Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie) und Dr. Schlosser (Chef der Anästhesie) operiert. Schwestern und Pfleger im EvK arbeiten ehrenamtlich und auch die Geschäftsleitung des Krankenhauses, das zur Evangelischen Stiftung Augusta gehört, unterstützt das Projekt engagiert.

Die Bilder in der Ausstellung sind Momentaufnahmen, eindrucksvolle Szenen eines Fluges von teilweise sehr schwer verletzten Kindern. Neben der medizinischer Versorgung benötigen sie dringend Menschen, die sich während ihres Aufenthaltes in Deutschland um sie kümmern, bis sie zurückkehren.

Die Bilder zeigen Abschied, melancholische Stimmung am Flughafen, aber auch Hoffnung. Manchmal meint man, in die Seele der Fotografierten zu blicken.

Rita Arns und die Helfer aus dem Bochumer Augusta und aus dem EvK fliegen aber auch regelmäßig nach Indien, wo sie in der Regel bis zu 150 Operationen machen. Im Frühjahr diesen Jahres war man wieder dort. Man habe diese 14 Tage von morgens bis abends operiert, berichtet Arns - und dies ohne nennenswerte Komplikationen. Insgesamt 61 Kinder wurden von den Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen (MKG) um EvK-Chefärztin Dr. Jihan Mohasseb operiert. Außerdem gab es 72 Operationen an Händen bzw. im Bereich Plastische Chirurgie.

Die Lübecker Firma Dräger hatte drei Narkosemaschinen gestiftet. Unterstützer und Freunde des Projektes haben die Geräte dann nach Jalna gebracht. „Das sind zwar ältere Maschinen”, hieß es, „aber generalüberholt und super in Schuss.”

Das Team arbeitete die ganze Zeit mit diesen „neuen” Geräten, die genau das Richtige für diese Region seien, wie EvK-Chef-Anästhesist Dr. Gerhard Schlosser betont. „weil sie wartungsarm und wenig reparaturanfällig sind.”

Ach ja: Unterstützung über die Stadtgrenzen hinweg gab es im „Rottstr 5” auch beim musikalischen Rahmen der Vernissage und bei der Verpflegung der Gäste: Peter Brand, Leiter der Hattinger Musikschule, und Alfred Schulte-Stade stellten sich in den Dienst der Ausstellung, die von der Bochumer Theaterfotografin Birgit Hupfeld angeregt worden war.

Dr. med. Mehraban Mehrain, medizinischer Leiter der Organisation „Kinder brauchen uns” erläuterte bei der Vernissage, dass „unsere Verwaltungskosten sehr gering sind.” Trotzdem brauchen man Geld und die Hilfe von Menschen, die Gasteltern sein möchten oder aber die Kinder einfach nur mal im Krankenhaus besuchen, mit ihnen spielen und vorlesen, um ihnen ihre Angst zu nehmen.

Unterstützer sollten Rita Arns-Schmidt per E-Mail unter rita.arns@web.de  kontaktieren. Die Bilder sind an der Rottstr 5 täglich noch bis zum 7. November zu sehen. Spendenkonto mit dem Stichwort „Kindermund”, Volksbank Sprockhövel, Konto Nr. 143152300, BLZ 45261547.