Ansprache von Pfarrer Hartwig Burgdörfer zum Jubiläum 2009.06.25

40 Jahre gibt es die EKH in Deutschland.

Hier in Bochum  hat die Geschichte der EKH vor ca. 32 Jahren angefangen. Da kam eine Gruppe von Damen und wollte in den Augusta- Kranken- Anstalten den Dienst der Grünen Damen beginnen. Doch die Zeiten waren nicht danach: Unruhe im Hause sollte nicht sein; notwendig schien dieser Dienst auch nicht zu sein; also wurde die Sache von der damaligen Direktion des Hauses abgelehnt. Die Damen zogen weiter und ließen sich im Bergmannsheil nieder.

Augusta war noch einmal davongekommen.

4 Jahre später kam ich an dies Haus. Der 1. Kreis von Ehrenamtlichen wurde der Krankenhausfunk; der hatte schon vor 2 Jahren sein 25-jähriges Jubiläum.

Und nach einer gewissen Zeit habe ich dann mit der Oberin Sr. Ingeborg einen Schlachtplan entworfen, wie wir eine EKH gründen könnten. Am 8. Februar 1984 gab es ein Gespräch mit dem Vorstand des Krankenhauses. Der ließ uns freie Hand, aber  alles durfte nichts kosten. So wurden noch alte Kittel hervor­ge­kramt; in einer Art Besenschrank wurde ein bisschen Platz geschaffen für die Mäntel der Mitarbeiterinnen; im März fanden Vor­gesprä­che mit 6 Damen statt, die sich mehr oder weniger zufällig gemeldet hatten. Im April gab es dann einige Tref­fen, auf denen wir übten, wie man ein Bett so verstellt, dass das Kopfende nicht her­unterknallt; wie man mit Geh­behinderten spazieren geht, wie man beim Essen und Trinken helfen kann usw.. Ja, und dann begann der Dienst auf 2 Statio­nen.

Zuerst war es für alle Seiten nicht immer einfach: die Schwestern und Pfleger wussten nicht recht: was dürfen die überhaupt machen; was wollen die hier? Machen wir unsere Arbeit nicht gut genug? Sollen jetzt Stellen eingespart werden, indem man uns kostenlose Leute schickt? Die EKH- Mitarbeiterinnen fühlten sich nicht immer willkommen und brauchten oft viel Mut, trotzdem wieder hinzugehen.

Nach 1/2 Jahr veranstalteten wir dann eine Pressekonferenz, um den Dienst bekanntzumachen und um weitere MitarbeiterInnen zu werben. Das gelang auch: 1986 hatte sich die EKH mit 15 Frauen und einem Mann auf 8 Stationen ausgedehnt.    

1987 kamen dann einige der EKH- Mitarbeiterinnen auf mich zu und fragten, ob wir nicht eine Bücherei aufbauen könnten. Wir konnten den Diako­nissen, die gerade das Kran­ken­haus hier ver­ließen, ihren Bücherwa­gen abluchsen, der in Handarbeit etwas umgebaut wurde; (der ist immer noch in Betrieb);  dann fingen wir wieder sehr bescheiden mit einem einzigen Regal in einem alten Schrank an; der Bücherwagen wurde in einem Kellerraum geparkt. Nach einigen Monaten wurde dann ein Raum für die Patientenbücherei frei; Geld für Regale gab es auch noch, und so sam­mel­ten wir nun fleißig gespen­de­te Bücher.

(Die folgenden Abschnitte habe  ich wegen der fortgeschrittenen Zeit weggekürzt mit dem Verweis, dass die spätere Geschichte etliche MitarbeiterInnen schon aus eigener Erfahrung kennen)

1989, zum 125-jährigen AKA- Jubiläum, wurde dann diese Kapelle saniert. Endlich wurde sie auch für Rollstühle und Betten zugänglich. Vorher war das durch die eng stehenden Bänke nicht möglich gewesen. Nun wurde der 3. Zweig der EKH gegründet: Der Kapellen- Abholdienst.

1994 hat der nächste Zweig der EKH seinen Dienst aufgenommen: Die Sitzwachengruppe für Sterbende, später auch für verwirrte Patienten. Mit Sr. Beate haben wir die Gruppe damals ausgebildet.

Und schon 2 Jahre später wurde das nächste EKH- Kind geboren: Der Lotsendienst, der Neuankömmlinge freundlich begrüßt und begleitet.

Drei Küken hat die EKH: Die Radiologiegruppe für unsere Patienten aus Linden, die hierher zu Untersuchungen gebracht werden. Diese alten Menschen werden betreut, bis  das Taxi sie wieder zurückbringt.

Dann unsere russischsprachigen Mitarbeiter. Sie schauen gezielt nach den Menschen, denen ein Gespräch in ihrer Heimatsprache gut tun könnte;

Und unser Küchenteam: Sie sind eine große Hilfe, weil sie jede Woche die Gottesdiensteinladungen auf 500 Tabletts legen.

Erwähnt werden sollte auch der Geburtstagsbesuchsdienst und die Kleiderkammer, die immer wieder gefüllt und in Ordnung gehalten werden will.

Wie Sie merken: Die EKH stellt sich immer wieder neu ihrer Aufgabe: Den Patientinnen und Patienten dieses Hauses menschlich in den verschiedensten Bedürfnissen zur Seite zu stehen.

Nun möchte ich persönlich  allen Ehemaligen und allen noch Tätigen  herzlich danken für alle Zeit, die Sie eingesetzt haben; für alle Freundlichkeit und Liebe, die Sie ausgestrahlt haben; für alle Ratlosig­keit, Hilflosigkeit und Frustration, die Sie manches mal aushalten mussten; für alle Sor­gen und Traurigkeiten, die  sicher jedeR von Ihnen im Laufe der Zeit mit nach Hause geschleppt hat.

Ich wünsche mir, dass die EKH weiter wächst und gedeiht; dass Sie der EKH die Treue halten und dass allen MitarbeiterInnen selbst der Dienst am Nächsten weiter­hin sehr viel Freude macht.