25jähriges Jubiläum der Evang. Krankenhaushilfe Augusta

„Behandeln wir im Krankenhaus die Krankheit oder die Kranken?“ hieß das berührende Thema der Festrede anlässlich des 25jährigen Jubiläums der Evangelischen Krankenhaushilfe (EKH) an der Augusta-Kranken-Anstalt. Prof. Dr. Santiago Ewig, Chefarzt der Klinik für Pneumologie und Beatmungsmedizin, wagte einen Ausflug tief in die Seelen der Kranken und derer, die ihnen begegnen.

„Der Besuchsdienst“, so Prof. Ewig, „nimmt eine wesentliche Festlegung Jesu Christi ernst, der uns klar ins Stammbuch geschrieben hat, dass derjenige, der Kranke besucht, ihn selbst vor sich hat. ‚Ich war krank, und ihr habt mich besucht‘ – das ist die Antwort, die wir finden, wenn wir den Mut haben, Kranke zu besuchen und ihre Erfahrungen zu teilen.“

25 Jahre EKH am Augusta – das ist eine Geschichte, die voller Kreativität ist und nie stehen blieb. Und eine Geschichte ehrenamtlichen Engagements. Nachdem 1984 der Besuchsdienst gegründet war, folgten 1987 die eigene Bücherei, 1989 der Kapellen-Abholdienst und 1994 eine Sitzwachengruppe für Sterbende. 1996 begründete man den Lotsendienst für Neuankömmlinge.

Inzwischen gibt es auch eine Betreuung für alte Menschen, die wegen einer Untersuchung aus dem Augusta in Linden nach Bochum-Mitte kommen, es gibt russischsprachige Mitarbeiter, die schon vielen Osteuropäern in ihrer Muttersprache Trost spendeten. Nicht zuletzt ist der Krankenhausfunk zu erwähnen, der in Bild und Ton sowohl den Gottesdienst als auch die Grußworte zum Jubiläum in die Krankenzimmer übertrug.

Pfarrer Hartwig Burgdörfer, der von Anfang an dabei war und alle Entwicklungen auf den Weg brachte und begleitete, dankte den noch aktiven wie den ehemaligen „Mitstreitern“ der EKH für ihren großen Einsatz an Zeit,  Freundlichkeit und Liebe, aber auch für alle „Hilflosigkeit und Frustration, die sie manches Mal aushalten mussten“. Und für all die Sorgen und Traurigkeiten, die „jeder von Ihnen im Laufe der Zeit mit nach Hause geschleppt hat.“

1969 wurde die Krankenhaushilfe auf Bundesebene gegründet. 11.000 Menschen sind  bundesweit ehrenamtlich im Einsatz, 2.200 allein in Westfalen. Mehr als 60 Aktive und Ehemalige waren in die Augusta-Kapelle gekommen, um mit der EKH und ihrer Leiterin Bärbel Wigge das Jubiläum zu feiern. Engagiert haben sich in diesem Vierteljahrhundert fast 400 Menschen, denen alle Redner Dankesworte widmeten.

Natürlich behandele und heile man im Krankenhaus die Menschen, so Prof. Ewig. „Es ist aber enorm wichtig, als Kranker auch jenseits der Krankheit wahrgenommen zu werden.“ Die Krankheit sei ein Einbruch in das Leben, eine Unterbrechung. Danach werde der Kranke „nie wieder Derselbe sein wie vor der Erkrankung.“  Wer einem Kranken in die Augen sehe, müsse sich darauf gefasst machen, ein Spiegelbild der eigenen Erfahrung von Sterblichkeit zu erkennen.

 „Unser Krankenhaus ist nur das, was es ist“, schloss Ewig mit Dank an alle EKH-Helfer, „weil es nicht nur Krankheiten behandelt, sondern auch Kranke wahrnimmt und besucht.“

Hier gibt es die Originaltexte der Reden von
Chefarzt Prof. Dr. Santiago Ewig
Pfarrer Hartwig Burgdörfer
Anngret Hintz-Düppe - Zentrale Pflegedienstleitung der Augusta-Kranken-Anstalt