Kontinenzwoche vom 22. bis 28. Juni:
"Inkontinenz ist kein schicksalhaftes Ding"

Rund um den Globus  leiden mehr als 200 Millionen Menschen an Inkontinenz. Das meldete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits vor zehn Jahren. In Deutschland sind es  ca. fünf Millionen, wobei eine hohe Dunkelziffer unberücksichtigt bleibt. Deshalb ist die kommende Woche erstmals weltweit zu „Kontinenz-Woche“ erklärt worden. Das Beckenbodenzentrum Ruhrgebiet bietet mit der Frauenklinik der Augusta-Kranken-Anstalt im Rahmen dieser Woche unter dem Motto „Sicher ist sicher“ zwei Patienten-Veranstaltungen an der Bergstraße 26 an.

Frauen sind wegen des naturgemäß offeneren Beckenbodens wesentlich häufiger von Inkontinenz betroffen, können z.B. wegen  vieler bzw. schwerer Geburten Stuhl oder Urin nicht kontrolliert bei sich behalten. Auch jüngere Frauen können bereits betroffen sein.

Die Gründe einer Inkontinenz sind vielfältig, aber, „es gibt für jede dieser Erkrankungen sehr viel versprechende Behandlungsmethoden“, wie Privatdozentin Dr. Gabriele Bonatz im Gespräch erläuterte. Die Chefärztin der Augusta-Frauenklinik macht den Damen, die ihre Erkrankung manchmal als gottgegeben ansehen und einfach erdulden, sogar sehr große Hoffnung. „Bis zu 80 Prozent können geheilt werden. Und eine Verbesserung erreichen wir fast immer.“

Was die Betroffenen oftmals nicht zu hoffen wagen: Schon mit Physiotherapie oder Medikamenten kann eine deutliche Verbesserung oder Heilung der Erkrankung gelingen.  „Inkontinenz“, sagt auch Dr. Burkhard Ubrig, Chef der Urologie am Augusta, „ist kein schicksalhaftes Ding.“ Auch mit Hilfe der minimal invasiven Chirurgie lässt sich viel erreichen.

Am Montag, 22. Juni, gibt es in den Räumen des Sekretariats der Frauenklinik (6. OG im Haus 1) von 14 bis 17 Uhr eine offene Beratung. Patientinnen können ins Augusta kommen, ohne vorher einen Termin zu vereinbaren. Für manche Frau mag eine Hemmschwelle wegfallen, wenn sie sich nicht erst beim Hausarzt vorstellen muss.

Am Mittwoch 25. Juni, schließlich bietet das Beckenbodenzentrum Ruhrgebiet in der Aula des Institutsgebäudes an der Bergstraße ein Patienten-Forum an. „Die Experten und Chefärzte unseres Zentrums“, so Oberärztin Dr. Claudia Fischäß, „werden von 17 bis 20 Uhr verständliche Referate zum Thema halten.“ Zum Abschluss ist ein Round Table-Gespräch angesetzt, bei dem Patienten die Mediziner persönlich und direkt befragen können.