Augusta ist für den Ernstfall gerüstet

Panik machen will Ulrich Froese keineswegs. Aber der Geschäftsführer der Augusta-Kranken-Anstalt bereitet sich und sein Haus intensiv vor. „Wir hatten bereits die ersten Influenza-Fälle“, sagt er. „Davon hat sich einer klinisch vollkommen atypisch dargestellt und die bisherige Übertragungsrate ist höchst beunruhigend.“ Froese verweist  auf 500 Fälle pro Tag über das letzte Wochenende in Groß­britannien. „Die Anzeichen einer großen Grippe-Epidemie sind da. Es bedarf leider nur einer relevanten Mutation und schon sind wir gefordert.“

Unter Leitung von Prof. Dr. Santiago Ewig, dem Chefarzt der Pneumologischen Klinik und damit der Bochumer Spezialist, haben sie am Augusta einen Notfallplan entwickelt. „Unsere Infektionsstation, die mit ihren 16 Betten und allen erforderlichen raumlufttechnischen Voraussetzungen den neuesten Stand der Technik darstellt“, so der Augusta-Chef, „ist Anfang des Jahres neu in Betrieb gegangen.“

Man werde aber zusätzlich auf einer frei gewordenen Station, die in kürzester Zeit in Betrieb gehen könne, weitere 25 Betten vor­halten. „Es sind zusätzliche Anschaffungen veranlasst an Medikamenten, Hygieneschutz, Desinfektions­artikeln bis hin zur gesamten Logistik zur Betreuung einer Station.“  Dazu gehört sogar ein eigener Speisentransportwagen.

Im Fall einer Epidemie, so Froese, „werden nicht die Älteren, sondern insbesondere jüngere Menschen (ab Jahrgang 1957) betroffen sein.“ Ältere, davon gehen die Experten aus, haben wahrscheinlich Resistenzen gegenüber dem erwarteten Virus-Typus. Pflegeschüler würden deshalb im „worst case“ nicht auf den betroffenen Stationen eingesetzt, sondern ausschließlich hochqualifiziertes, examiniertes Personal.
Der ärztliche Dienst ist gerade bis zur letzten Planstelle aufgestockt. Mit Information und Schulung der Mitarbeiter, so Ulrich Froese, „hoffen wir, dass wir gewappnet sind, und all diese Vorbereitungen lediglich ein Proben für den Ernstfall bleiben.“ In jedem Fall sei es aber auch gut, sich auf einen ganz besonderen Notfall vorzubereiten, „der ja leider immer eintreten kann.“

Feuerwehr, Gesundheitsamt und Polizei sind über die intensiven Vorbereitungen des Augusta auf den Ernstfall und über die zusätzlichen Kapazitäten des Akademischen Lehrkrankenhauses informiert worden.