Einsatz von MDAs wird administrativen Aufwand in der Ambulanten Pflege optimieren

MDA und PDA – das sind Begriffe, mit denen technisch eher konservative Zeitgenossen nichts oder nur wenig anfangen können. Wer beim Mobiltelefonieren allerdings auf der Höhe der Zeit ist, der weiß, dass es sich prinzipiell um Handys handelt, die – trotz minimaler Größe - zusätzlich die Funktionalität eines Computers bieten. Das M steht für „mobiler“, das P für „persönlicher“, das DA für „digitaler Assistent“.

Man kennt vergleichbare Geräte (dann ohne Telefon) bereits vom Paketboten und aus der Gastronomie – aber jetzt werden sie auch in der mobilen Krankenpflege eingesetzt. Die Ambulanten Dienste der Augusta-Kranken-Anstalt, des Evangelischen Krankenhauses Hattingen und des Marienhospitals Herne haben für ihre 400 Mitarbeiter, die rund 1.000 Patienten betreuen, 200 dieser hochmodernen Geräte angeschafft.

Dieses große technische Update hat mehrere Ziele. „Die Kassen verpflichten uns, die erbrachten Leistungen elektronisch abzurechnen“, erläutert Dr. Thomas Hulisz, der die genannten drei Pflegedienste in Bochum, Hattingen und Herne leitet. „Was liegt da näher, als gleich einen Schritt weiter zu gehen?“

Alle wichtigen Infos über den jeweiligen Patienten, auch die Kontaktdaten des Hausarztes oder der Angehörigen sind nun für jede Pflegekraft überall und jederzeit verfügbar. Es wäre zum Beispiel mit dem MDA touch, so heißt das neue Gerät, in der Zukunft auch möglich, Wunden zu fotografieren. Zur Dokumentation, oder, um die Bilder per Mail an den behandelnden Arzt zu schicken.

Die neue Technik ermöglicht Quantensprünge in der Administration. „.snap“ heißt die zertifizierte Software, die mit Hilfe des MDA den Aufwand für Einsatz- und Tourenplanung optimiert, Arbeitszeiterfassung und Auswertung erleichtert, Fehlerquellen sind schneller identifizierbar. Übersichtlichere Dienstpläne (für drei Monate im voraus), effektivere Tourenplanung und dadurch eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit sind die angenehme Folge.  

Gleichzeitig werden die Haubesuche zuverlässig so protokolliert, wie das Sozialgesetzbuch es fordert. „Und durch die Reduzierung des administrativen Aufwands“, fügt Dr. Hulisz an, „bleibt uns schließlich mehr Zeit für die kranken Menschen.“

Aktuell laufen im Augusta noch Schulungen, bevor Hulisz und Pflegedienstleiterin Christiane Breddemann in den nächsten Tagen die Testphase in Linden und in Herne einläuten. „Anfangs“ so Breddemann, „werden die Mitarbeiter jeden Mittag ins Büro kommen, um Datenabgleiche zu machen. Da müssen wir uns zunächst noch viel Zeit nehmen.“