“Med in Hattingen”-Bilanz: Gesundheitsbranche mit 4000 Angestellten größer Arbeitgeber in Hattingen

7. August 2009 · Kommentar schreiben

Hattingen/Ruhr. Drei Jahre “Med in Hattingen”, Zeit für eine Bilanz: Die städtische Wirtschaftsförderung hat das Projekt 2006 angestoßen um die Gesundheitsbranche vor Ort zu vernetzen und gemeinsam Aktionen und Veranstaltungen durchzuführen. Seitdem stärkt die Initiative aus Kliniken, Ärzten, Psychotherapeuten, Volkshochschule und vielen weiteren Akteuren das Profil der Stadt als Gesundheitsstandort.

Bürgermeisterin Dagmar Goch: “Die Gesundheitsbranche mit über 4000 Angestellten ist der größte Arbeitgeber der Stadt. Und nach Ansicht vieler Experten bietet dieser Bereich noch weiteres Wachstumspotential. Genau das möchte ‘Med in Hattingen’ fördern und unterstützen.”

Gewachsen ist 2009 zum Beispiel das Angebot des Evangelischen Krankenhauses, das die erste Neurologische komplementär- medizinische Abteilung in Europa eröffnete. Sie setzt ergänzend zur Schulmedizin auf die Ayurveda- Methode. Zusammen mit der Naturheilkunde der Klinik Blankenstein bietet Hattingen im Bereich der alternativen Medizin nun besondere Kompetenzen.

Herzstück der Initiative “Med in Hattingen” ist das Veranstalternetzwerk, das zusammen mit der Volkshochschule das ganze Jahr über Vorträge und Diskussionsrunden organisiert. Bei den “Altstadtgesprächen” stehen am letzten Mittwoch im Monat um 18 Uhr im Alten Rathaus klassische medizinische Themen auf dem Programm. Experten informierten 2009 unter anderem über Vorsorge bei Männern, Krankheiten der Leber oder das Rauchverbot in Kneipen. Aber auch speziellere Themen werden beleuchtet: Beim nächsten Termin am Mittwoch, 26. August 2009, dreht sich alles um traditionelle indische Medizin in der Neurologie.

Eine zweite Veranstaltungsreihe rückt ethische und soziale Themen aus dem Gesundheitsbereich in den Mittelpunkt. Beim jüngsten “Kamingespräch” im Juni diskutierten interessierte Bürger mit Experten über Gesundheit, Sport und Fitness. Die Veranstaltungen im Café am Stadtmuseum in Blankenstein moderiert Pfarrer Udo Polenske. Beim nächsten Termin am Donnerstag, 17. September 2009, um 19 Uhr, geht es um die zukünftige medizinische Versorgung in der Region. Das letzte Kamingespräch am Donnerstag, 12. November 2009, widmet sich einem weiteren brisanten Thema: “Das Schweigen der Ärzte – Kunst- und Behandlungsfehler”.

Mittlerweile gute Tradition ist der Gesundheitstag im Rathaus, der auch 2009 die Amtsstuben zum Jungbrunnen machte. Unter dem Motto “Älter werden und aktiv bleiben” berieten Experten die Bürger an Informationsständen und hielten Vorträge über Alterskrankheiten und die richtige Vorsorge. Und weil dazu auch Sport gehört, diente der kleine Sitzungssaal als Turnhalle, wo die Theorie gleich in die Praxis umgesetzt werden konnte. Astrid Hardtke: “Wir bleiben am Ball! Die Vorbereitungen für den nächsten Gesundheitstag beginnen noch im Herbst 2009.”

Über alle Aktionen, Termine und die medizinischen Einrichtungen der Stadt können die Bürger sich auf dem Internetauftritt www.med-in-hattingen.de informieren. Astrid Hardtke von der städtischen Wirtschaftsförderung verzeichnet einen zunehmenden Zuspruch. “Zu Beginn hatten wir bereits rund 2000 Besucher monatlich, jetzt klicken sich bis zu 4000 Interessierte ein.” Der Besuch lohnt sich: Wer Hilfe sucht, findet neben den vier Krankenhäusern und den ambulanten Kliniken auch Adressen von Ärzten, Apotheken, Therapeuten, Pflegeheimen oder Selbsthilfegruppen. Damit niemand unnötig weite Wege gehen muss, lassen sich die Praxen auch sortiert nach einzelnen Ortsteilen und Fachgebieten auflisten.

Neben Informationen und Angeboten für die Menschen vor Ort, prägen mittlerweile auch Großveranstaltungen mit überregionaler Bedeutung das Bild des Gesundheitsstandortes Hattingen. Das “Symposium Lunge” findet bereits zum dritten Mal in der Gebläsehalle statt. Am Samstag, 3. Oktober 2009, werden über 1500 Patienten, Angehörige und Ärzte aus ganz Deutschland in Hattingen erwartet.