Schlaganfall-Aktionstag im EvK

Man kann es gar nicht oft genug sagen: Ein Schlaganfall ist ein Notfall wie ein Herzinfarkt und muss eiligst versorgt werden. Er ist - nach Herzinfarkt und Krebserkrankungen - die dritthäufigste Todesursache in den Industrieländern. Etwa 150.000 Menschen pro Jahr erleiden in Deutschland einen akuten Schlaganfall und 800.000 Menschen leiden an den Folgen.

Viele schlimme Folgen können verhindert werden, wenn die Patienten schnellstens ins Krankenhaus, am besten in eine spezialisierte Abteilung für Schlaganfall-Behandlung (Stroke Unit) kommen. Zum bundesweiten „Tag des Schlaganfalls“ gibt es deshalb auch im Evangelischen Krankenhaus Hattingen einen Aktionstag: Dr. Rainer Poburski, Chefarzt der Neurologischen Klinik und der Stroke Unit am EvK, referiert am Freitag, 08.Mai 2009, 12.00 Uhr, zum Thema „Schlaganfallbehandlung: Was ist wichtig? Was ist neu?“ Weitere Informationen hält bei diesem Info-Tag im EvK die AOK Schwelm bereit.

„Schlaganfall, das ist eine Durchblutungsstörung oder eine Blutung im Gehirn, die neurologische Ausfälle verursacht“, erläutert Dr. Poburski. „Dies kann z.B. eine halbseitige Lähmung, eine plötzlichen Sprech- oder Sprachstörung, eine Einschränkung des Gesichtsfeldes oder eine Kombination von heftigem Schwindel mit Gangunsicherheit und Doppelbildern sein.“

Wenn man bei Menschen in seiner Umgebung plötzlich solche Symptome wahrnehme, müsse unbedingt der Rettungsdienst (Telefon 112) angerufen werden – mit dem Hinweis, dass Verdacht auf einen Schlaganfall besteht. Der Schlaganfall ist ein absoluter Notfall. Je schneller der Patient in einer Stroke Unit behandelt werden kann, umso wahrscheinlicher ist seine Genesung.

Dass sich das Wissen in der Bevölkerung insgesamt verbessert hat dokumentieren auch die Zahlen der Hattinger Stroke Unit. Es gab 2008 im EvK über 400 Schlaganfallpatienten, von denen 327 auf der Stroke Unit behandelt wurden. Mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr kamen innerhalb der ersten beiden Stunden. „Dies ist aber nur ein Teil-Erfolg bei der Aufklärung“, mahnt Dr. Poburski, „denn in 174 Fällen kamen die Menschen erst nach drei Stunden zu uns.“

Und das könne erheblich zu spät sein, denn bei einer Durchblutungsstörung wird ein Blutgefäß, welches das Hirngewebe versorgt, verstopft und das dahinter liegende Hirngewebe stirbt ab. Das Ausmaß und die Lokalisation der Verstopfung definiert das Ausmaß des unter Umständen verheerenden Schadens.

Die präzise Überwachung von Schlaganfallpatienten auf einer Stroke Unit verbessert das Ergebnis der Behandlung aber erheblich. Statistisch gesehen sind die Ergebnisse fast so gut, wie sie bei einer Auflösung des Blutgerinnsels gewesen wären. „Dies macht deutlich“, erklärt Dr. Poburski, „dass viele Schlaganfallpatienten nicht an dem Schlaganfall selbst leiden, sondern an den durch ihn entstehenden Komplikationen, welche man aber vermeiden kann.“

Weitere Informationen gibt Chefarzt Dr. Rainer Poburski gern unter der Rufnummer 02324-502-260