BookCrosser auch im Augusta und im EvK

Bücher kaufen ist out. Und auch die Stadtbücherei müsste keiner mehr besuchen, denn heute gibt es „BookCrossing“, eine der sicher  trendigsten und hippsten Methoden, an Bücher zu kommen: Bücher „jagen“, die, irgendwo auf der Welt, auch in Bochum und Hattingen, von BookCrossern  „frei gelassen“ - und damit an Unbekannte verschenkt - werden.

Ja, kann man Bücher jagen, und in der Tat handelt es sich um eine Jagd für den, der ein einmal im Internet angekündigtes Buch ergattern will: In Windeseile hat nämlich das „freigelassene“ Werk meist einen neuen Leser gefunden und führt damit faktisch ein Eigenleben, das sich im Internet verfolgen lässt. Wenn, ja, wenn der „Jäger“ seine Beute mit einem Journaleintrag im Internet registriert.

Die ganze Welt als Bibliothek - das ist die Idee, die hinter BookCrossing steckt. Bücher „in die Wildnis“ entlassen, um dann ihre Reise zu verfolgen – und die Leben, die sie berühren.  Über eine Dreiviertelmillion Leser in 130 Ländern teilen ihre Lese-Leidenschaft auf diese ebenso originelle wie altruistische Weise mit anderen Menschen. In Bochum kann man freigelassene Bücher – so der aktuelle Stand - im Café „röst.art“, im „Blauen Engel, in der Augusta-Kranken-Anstalt, aber auch an der Uni und im Bahnhof finden. In Hattingen sind es z.B. das Café Adele und andere Lokale. Aktuell gibtr es aber nur ein Angebot im Evangelischen Krankenhaus.

Rekordverdächtig ist "Der seltsame Bücherfreund" von Gerhard Hoffnung, der schon auf fast allen Kontinenten war: 384 Internet-Journaleinträge zeigen, dass das Buch nicht nur in Bochum, sondern auch in zahllosen Ländern von Spanien bis Australien, USA und Korea gelesen, registriert – und wieder „freigelassen“ wurde

Mitmachen ist simpel: Fasst man nach der Lektüre eines guten Buches den Entschluss, die Freude über das Gelesene mit anderen zu teilen, muss das Buch im Internet registriert werden, bekommt dort eine Identitätsnummer (ID) „verpasst“, und dann geht es auf die Reise. Der Noch-Besitzer kann bestimmten, wo er das inzwischen mit einem BookCrossers-Aufkleber versehene Buch für die Jäger deponiert. Bereits bekannte Plätze sind ebenso möglich wie das Einrichten eines neuen Platzes. Man kann das Buch aber auch einfach irgendwo liegen lassen.

Der Finder kommt auf der Internetseite über die ID des Buches an dessen „Reisegeschichte“, die er ja selbst mitschreibt. Nach der Lektüre kann er seine Meinung äußern  - und dann selbst Ort und Zeit einer erneuten „Auswilderung“ des Werkes bestimmen.

BookCrossing gibt es seit 2001, und die dazu gehörige Internetseite verzeichnete in den ersten Jahren rasante Zuwächse. Aktuell scheint allerdings eine Stagnationsphase eingetreten zu sein, denn auch vor zwei Jahren waren schon 700.000 Bookcrosser angemeldet.

Der Austausch funktioniert aber noch perfekt: Viele in Bochum und Hattingen freigelassene Bücher sind an den bezeichneten Stellen nicht auffindbar, werden also gerade gelesen. Wer also anhand des Internets ein bestimmtes Buch zu finden hofft, wird mit großer Wahrscheinlichkeit enttäuscht – macht aber stattdessen vielleicht einen tollen Überraschungsfund. So wie es mir gerade im Augusta passiert ist: Ich konnte „Die Aprilhexe“ von Majguell Axelsson mitnehmen

Ein wichtiger Termin für Bookcrosser aus dem deutschsprachigen Raum steht kurz bevor: Vom 29. Mai bis 1. Juni haben die Fans in Wien zu einem großen Treffen eingeladen, nachdem die meisten der bisherigen Treffen in Deutschland stattfanden. Dort gibt es u.a natürlich auch literarische Stadtführungen. Die Internet-Seiten: www.bookcrossing.com (englisch)  und www.bookcrossers.de