Foto: Jürgen Platzmann

Das Maß ist voll: Fast 80 Beschäftigte der Evangelischen Stiftung Augusta (Bochum/Hattingen) bei der großen Demonstration in Berlin

Nicht weniger als 130.000 Pfleger, Ärzte und Verwaltungsangestellte waren zur größten Demonstration, die es je im Gesundheitswesen gegeben hat, aus allen Bundesländern nach Berlin gereist, um ihren Frust über die Gesundheitspolitik der Regierung deutlich zu machen. Darunter waren auch fast 80 Beschäftigte der Evangelischen Stiftung Augusta (Bochum/Hattingen).

Drei Milliarden Euro hatte die Bundesregierung als Finanzspritze für die 2.100 Kliniken in Deutschland beschlossen, 6,7 Milliarden lautete die Forderung der Klinikbeschäftigten. „Während bei uns ein Pfleger im Durchschnitt 20 Patienten betreuen muss, sind es im übrigen europäischen Ausland 12 bis 13 Patienten“, sagte Dr. Rudolf Kösters, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, auf der Kundgebung vor dem Brandenburger Tor. Nur eine entsprechende Unterstützung durch die Bundesregierung könne sicherstellen, dass in den Krankenhäusern weiterhin die hochwertige Leistung erbracht werde, auf die der Patient einen Anspruch habe.

Verdi-Chef Frank Bsirske stellte fest, dass da doch etwas nicht stimme, „wenn die Kliniken Strom und Essen nur bezahlen können, wenn Arbeitsplätze abgebaut werden.“ Es gehe nicht an, dass auf der anderen Seite Steuergelder in die Banken wandere für Spekulationen, während das Geld in den Krankenhäusern fehle, wo es für den Menschen viel mehr Sinn mache. Sinnigerweise spielte auf der Bühne u.a. eine Band mit dem Namen „Die toten Ärzte“.

Die 80 Beschäftigten der Stiftung konnten diese Forderungen nur unterschreiben. „Jeder wird einmal krank und möchte dann im Krankenhaus gute Versorgungsbedingungen vorfinden. Dies könne aber nicht funktionieren, wenn man unter immer größerem Druck arbeiten müsse. Um dem Ärger über die Situation Luft zu machen und ihre Position auch nach außen hin deutlich zu vertreten, hatten die Mitarbeitenden den Sonderzug nach Berlin genommen, der sowohl auf der Hinreise (ab 5.49 Uhr) als auch auf dem Rückweg (an 22.50) Verspätung hatte.