Infektionsrisiken in medizinischen Einrichtungen
Gesundheitsamt initiiert Netzwerk

Prof. Dr. Santiago Ewig, Dr. Olaf Hagen, Pflegedirektorin Annegret Hintz-Düppe und Hygienefachkraft Alen Males waren für das Augusta und die Evangelische Stiftung Augusta „vor Ort“ im Bochumer Rathaus, als es darum ging, die Gründung eines Netzwerkes gegen hoch resistente Keime auf dem Weg zu bringen. Das Gesundheitsamt der Stadt hatte zu diesem Treffen eingeladen.

Der Anteil gefährlicher Krankenhauskeime, die zunehmend gegen Antibiotika resistent werden, steigt auch in Deutschland. Damit wird die Behandlung solcher Infektionen immer schwieriger. Ein wichtiges Ziel aller Gesundheitseinrichtungen ist es daher, die Zahl hoch resistenter Keime zu vermindern. Das kann dadurch erreicht werden, dass alle die gleichen, hohen Hygiene-Standards befolgen und hinsichtlich der Vermeidung von Infektionen zusammenarbeiten.

Viele Vertreter medizinischer Einrichtungen trafen sich deshalb am 3. September im Bochumer Rathaus. Dies waren – neben den „Augustanern“ auch andere Mitarbeiter der Bochumer Krankenhäuser und Privatkliniken, der Alten- und Pflegeheime sowie der ambulanten Pflegedienste.

Ziel dieses Treffens war es, ein "Netzwerk" verschiedener  medizinischer Einrichtungen zu gründen. In der Veranstaltung des  Gesundheitsamtes wurde erstmals im großen Kreis miteinander besprochen, wie am besten vorzugehen ist, um das gesetzte Ziel zu erreichen. Konkrete Maßnahmen liegen in der Vereinheitlichung bestimmter Hygienemaßnahmen und in der Abstimmung untereinander.

Basis des geplanten Netzwerkes ist der vorhandene Arbeitskreis der Uni-Kliniken und der Lehrkrankenhäuser. Das Herner Gesundheitsamt war – wegen der Uni-Kliniken – bereits dabei. Den Ennepe-Ruhr-Kreis will man – wegen des EvK Hattingen – noch mit ins Boot nehmen. „Auch Transportdienste und Dialysen“, so Annegret Hintz-Düppe, „sollen zum Mitmachen veranlasst werden.“

In Dortmund, so erläutert Hintz-Düppe weiter, gebe es bereits ein solches Netzwerk. Deshalb wurde über eine Kooperation nachgedacht, die Idee letztlich aber – wegen der dann zu erwartenden „Übergröße“ – zunächst verworfen.