"Der zweite Atem" - Infos rund um den Lungenkrebs - -
Mit der Zirkular-Atmung auch das Schnarchen besiegen

Der Mann hatte Luft „ohne Ende“. Und als Posaunist braucht er die auch. „In einer Mischung aus Vernunft und Geiz“, so brachte es Blasmusiker Achim Fink auf den Punkt, habe er schon vor langer Zeit mit dem Rauchen aufgehört. Angekündigt als „Luftnummer“ hatte Fink mit einem als „Walking Act“ angelegten finessenreichen Solo-Medley die Veranstaltung „Der zweite Atem“ in der Bochumer Gastronomie im Stadtpark eröffnet.

Es ging an diesem Mittag für Betroffene, Angehörige und Interessenten zwei Stunden lang um Fakten und Hintergründe zu Lungenkrebs. 45.000 Neuerkrankungen gibt es jedes Jahr und die Heilungschancen sind immer noch schlecht. Vorbeugen ist also wichtig – und  Risikofaktoren meiden, von denen das Rauchen der wesentlichste ist.

Dieter Kürten, der die abwechslungsreiche Info-Veranstaltung von Anfang an launig und professionell moderierte, begrüßte auf der Bühne zunächst Prof. Dr. Santiago Ewig vom Thoraxzentrum Ruhrgebiet. Er ist Chefarzt an der Augusta-Kranken-Anstalt in Bochum und am Evangelischen Krankenhaus Herne (EvK).

Gemeinsam lauschte man erneut Achim Fink, der ein dickes Bambusrohr zum Digeridoo umfunktionierte und bewies, dass man auch mittels Zirkular-Atmung einen „zweiten Atem“ gewinnen, das Rohr stundenlang klingen lassen kann. „Die Aborigines in Australien“, witzelte Kürten, „machen das tagelang ununterbrochen.“ Und dies ist unabhängig vom Lungenvolumen, das Prof. Ewig bei sich selbst mit sechs Litern bezifferte. Fink hatte einen aktuellen Wert von 5,6 Litern parat. „Ich habe das erst kürzlich einmal bestimmen lassen.“ Prof. Ewig merkte an, dass man übrigens mit der Technik der Zirkular-Atmung auch das Schnarchen besiegen könne.

Dr. Kaid Darwiche, Oberarzt am Thoraxzentrum, skizzierte, dass es sich beim Rauchen sicherlich um 50 Prozent „dumme Angewohnheit“ handele, aber auch um 50 Prozent Sucht. Vor allem jene, die sehr lange und sehr viel geraucht haben, kämpfen vermehrt mit Problemen beim Aufhören. Rauchentwöhnung sei schwierig. Deshalb sei es kontraproduktiv, dem Betroffenen Vorhaltungen zu machen. Psychologische Betreuung sei sehr wichtig.
Mit viel Witz näherte sich Comedian Johannes Flöck dem Thema Rauchen, aber die ernsten Aspekte überwogen dennoch an diesem Tag, der nach einem Imbiss mit zwei Workshops unter der Leitung von Prof. Dr. Dirk Behringer und Christiane Wähner ausklang.

Heiko Herrlich, Trainer der Deutschen U18-Nationalmannschaft hatte bereits im Gespräch vor der Veranstaltung davon berichtete, dass wohl „jeder in eine tiefe Depression fällt, wenn er die Krebs-Diagnose bekommt.“ Er selbst war an einem Hirntumor erkrankt und ist heute immer gern bereit, anderen Betroffenen über seine eigenen Erfahrungen zu erzählen.

Welche Therapie ist für mich sinnvoll? Von wem lasse ich mich behandeln? Wie verhalte ich mich gegenüber meiner Familie, Freunden und Bekannten? Dies sind nur drei der scheinbar unlösbaren Probleme, die nach einer Krebsdiagnose auftauchen. Bei den möglichen Antworten halfen am 25. Oktober die folgenden Experten:

Barbara Baysal, Mitgründerin und Leiterin der Selbsthilfe Lungenkrebs, Berlin

Prof. Dr. med. Dirk Behringer, Chefarzt der Klinik für Hämatologie und internistische Onkologie, Augusta-Kranken-Anstalt Bochum, Thoraxzentrum Ruhrgebiet

Dr. med. Ute Bückner, Schwerpunktpraxis für Hämatologie und internistische Onkologie, Bochum

Dr. med. Kaid Darwiche, Oberarzt im Thoraxzentrum Ruhrgebiet, Evangelisches Krankenhaus Herne

Dr. rer. nat. Dipl. Biol. Ulrike Enser-Weis, Schwerpunktpraxis für Onkologie und Hämatologie, Bochum

Prof. Dr. med. Santiago Ewig, Chefarzt der Kliniken für Pneumologie, Evangelisches Krankenhaus Herne, Augusta-Kranken-Anstalt Bochum, Thoraxzentrum Ruhrgebiet

Dr. med. Dipl.-Oec. Erich Hecker, Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie, Thoraxzentrum Ruhrgebiet, Evangelisches Krankenhaus Herne, Augusta-Kranken-Anstalt Bochum

PD Dr. med. Stefan Könemann, Leiter des Strahlentherapie-Zentrums Bochum

Marcel Merkel, Geschäftsführer und therapeutischer Leiter der Reha-Tagesklinik und des Therapiezentrums Ortho-Mobile, Hattingen

Christiane Wähner, kommissarische Chefärztin der Klinik für Gerontopsychiatrie, Augusta-Kranken-Anstalt Bochum

Nach dem Start der Kampagne in Hamburg Ende Oktober 2005 moderierte Ex-ZDF-Sportstudio-Mann Dieter Kürten am 25. Oktober in der Bochumer Gastronomie im Stadtpark bereits seine 27. Veranstaltung.