Besuchsdienst sucht Verstärkung - Ausbildung in Gesprächsführung

Ins Krankenhaus geht keiner gern. Und die meisten Menschen empfinden es als doppelt schmerzhaften Einschnitt in das gewohnte Leben, wenn die Gesundheit diesen Weg erfordert. Deshalb sind Besuche für die Patienten so wichtig. Wenn aber niemals jemand kommt, ist für Einsamkeit und Hilflosigkeit der Weg bereitet. Deshalb möchten die Seelsorger der Augusta Kranken-Anstalt und des St. Josefs-Hospitals den Menschen vermitteln, wie schön es sein kann, Menschen zu helfen.

„Wer kranke Menschen besucht“, sagt der für beide Häuser zuständige katholische Diakon Joachim Vogt, „der gibt nicht nur, sondern er bekommt auch etwas.“ Damit meint er natürlich nicht die kleine Unkostenerstattung, sondern vor allem den Kontakt zu anderen (nicht nur den kranken!) Menschen – und den zusätzlichen Inhalt für das eigene Leben. „Auch wenn sie nur einen Tag alle zwei Wochen helfen können“, erläutert Augusta-Chefarzt Dr. Olaf Hagen, „werden die neuen Helfer als Mitarbeiter in unsere Stationsteams eingebunden und sind damit ein wichtiger Teil des Ganzen.“

Die beiden Krankenhäuser in Linden suchen unter Federführung der Seelsorger aktuell wieder vermehrt freiwillige Helfer für den Besuchsdienst. Es geht darum, den Kranken einfach nur etwas Gesellschaft zu leisten, menschliche Begegnungen zu ermöglichen, kleinere Hilfestellungen zu geben.

„Wer sich für ehrenamtlicher Mitarbeit entscheidet“, sagt die evangelische Pastorin Antje Streithof-Menzler vom Augusta, „der entscheidet sich auch für neue Lebenserfahrungen, für den Spaß an der Mitarbeit im Team – und für die Selbsterfahrung.“ Denn man entdecke plötzlich Fähigkeiten an sich, die man vorher nicht kannte.

Es gehe nicht darum, jeden Tag zur Verfügung zu stehen, sagt der evangelische Pfarrer Hartwig Burgdörfer vom Augusta Bochum-Mitte. „Es wäre allerdings toll, wenn wir Menschen fänden, die unseren Patienten verlässlich einen Vormittag pro Woche schenken.“ Es geht um ganz unterschiedliche Patientengruppen. Unter anderem auch um die Senioren in der geriatrischen Abteilung des Augusta und jene in der Gerontopsychiatrie. „Das sind Stationen mit verschiedenen Schwerpunkten“, sagt Dr. Hagen.

Es gibt die Patienten, die nach Unfallverletzungen zur Rehabilitation nach Linden kommen. „Denen hilft es schon, wenn man sie bei einem kleinen Spaziergang betreut.“ Man trifft viele noch mobile Patienten mit „normalen“ internistischen Krankheitsbildern, aber natürlich auch verwirrte Patienten.

Nun wird keiner der „Neuen“ einfach so ins „kalte Wasser geworfen“, sondern es gibt eine kostenlose Ausbildung in Gesprächsführung und Umgang mit kranken Menschen. Erst nach einem Info-Abend am 7. April (18 Uhr) und einem darauf folgenden Kurs über fünf Abende und einen Samstag (Ende April bis Anfang Juni) geht es los. Mitarbeiter und Seelsorger begleiten die Neuen im Besuchsdienst dann aber auch weiter. Und der regelmäßige Erfahrungsaustausch mit anderen Ehrenamtlichen hilft. Diese Arbeit wird von allen Beteiligten gewünscht, gefördert und geschätzt.

Es gibt im übrigen alljährlich Kurse für neue Freiwillige im Krankenhaus-Besuchsdienst. Und im Augusta Bochum-Mitte helfen bereits sehr viele Menschen in verschiedenen ehrenamtlichen Kreisen. „Wer einmal damit angefangen hat“, so lobt Hartwig Burgdörfer das Engagement der freiwilligen Helfer, „der bleibt in der Regel dabei, bis die Altersgrenze erreicht ist.“ Und die liegt ja erst bei 75 Jahren.

Interessierte Menschen können sich zu jeder Tages- und Nachtzeit im Augusta Linden unter 517-3 melden. Die Seelsorger rufen zurück.