Blutspendetermin bei estrem gutem Wetter nicht besonders gut besucht

Das Wetter war diesmal vielleicht einfach zu gut in Hattingen: Leider gab es keine allzu befriedigenden Zahlen bei der Blutspende-Aktion des Deutschen Roten Kreuzes: Nur 18 Spender fanden den Weg in den Raum der Stille des Evangelischen Krankenhauses, wo das DRK nun schon zum wiederholten Mal seine Zelte aufgeschlagen hatte, um die Menschen zur Ader zu lassen.
Der DRK-Blutspendedienst West benötigt täglich mindestens 4.000 SpenderInnen, um ausreichende Reserven für die Belieferung der Krankenhäuser bilden zu können. Das Evangelische Krankenhaus Hattingen (EvK) begann in schlechten Zeiten mit seiner Blutspendeaktion  - als vor zwei Jahren die Fußball-WM und die Sommerferien die Blut-Reserven auf ein Minimum reduziert hatten, das nicht einmal für drei Werktage ausreichte: Statt optimaler 3.500 Erythrozyten-Konzentrate (rote Blutkörperchen) waren im September 2006 im Kühlhaus des DRK Blutspendedienstes in Hagen täglich gerade noch 1.800 vorhanden.
 „Blut ist unverzichtbar in der Medizin“, erläutert Augusta-Pflegedirektorin Annegret Hintz. „Und weil man es nicht künstlich herstellen kann, ist die Blutspende so wichtig. Allein 2005 hatte das EvK vom DRK 1.776 Erythrozyten-Konzentrate und 34 Thrombozyten-Konzentrate bekommen.“ Zur Statistik: Die gesamte Stiftung – mit der Bochumer Augusta-Kranken-Anstalt – hatte 2005 einen Bedarf von rund 6.000 Konzentraten.
„Bei diesen Zahlen wird einem erst einmal klar“, so Priv.-Doz. Dr. Helfried Waleczek, Chef der Chirurgie am EvK, „wie wichtig es ist, Blut spenden zu gehen.“ Das Deutsche Rote Kreuz sucht ständig und dringend neue Spender von 18 bis 60 Jahren. Zwei neue Spender fanden den Weg ins Haus. Bei der diesmal nur kleinen Ausbeute immerhin ein positives Signal.
Die spendewilligen Hattinger übrigens - das sind statistisch ca. 4,7 Prozent der Bevölkerung - könnten übrigens theoretisch das Evangelische Krankenhaus komplett versorgen: 2005 haben 2.544 ihren halben Liter „Lebenssaft“ gespendet. Aber es geht dem DRK nicht um einzelne Stadtgebiete, sondern um den Regierungsbezirk Arnsberg insgesamt. „Wir sind zuständig für die Blutversorgung in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland“, erklärt Friedrich-Ernst Düppe, Pressesprecher des DRK Blutspendedienstes West.
Für A und 0 besteht der größte Bedarf, denn 84 % der Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland haben eine dieser beiden Blutgruppen. Wo also rein statistisch genügend SpenderInnen zur Verfügung stünden, ist aber regelmäßig nicht genug da. Gruppe 0 mit dem Rhesuskfaktor negativ kann überall eingesetzt werden, ist aber selbst nur schwer zu ersetzen, weshalb gerade diese Blutgruppe immer sehr gefragt ist.