"Garten der Sinne" eröffnet

Alte und neue Gäste der Kurzzeitpflege am Evangelischen Krankenhaus waren gekommen, um dabei zu sein beim Tag der Offenen Tür - und vor allem auch bei der Eröffnung des neu eingerichteten und von Hausarchitekt Karl Otto Meiswinkel federführend gestalteten Gartens der Sinne.
Eine Begrenzung des Gartens
ist die Hecke, die bereits im November gepflanzt wurde und sehr gut angegangen ist. Sie muss aber noch tüchtig wachsen und erheblich dichter werden, um auch wirklich eine "Grenze" darzustellen. Aber die Natur wird es schon richten.
Im
Vordergrund bei der Planung des Gartens stand für Elisabeth Wehrmann die Sinnesanregung für „ihre“ Gäste. „Es geht darum, die Körperwahrnehmung der alten Menschen zu stärken“, sagt die Leiterin der Einrichtung. „Wie fühlen sich zum Beispiel Regen und Wind an?“ Diese Wahrnehmung sei bei demenziell erkrankten Menschen regelrecht verschüttet. Deshalb gibt es einen Weg mit unterschiedlichen Untergründen (Kies, Holz, Sand und Rindenmulch), damit die Gäste des Hauses auch ein Gefühl für den Weg entwickeln können. Zwei neu gepflanzte Kirschbäume werden hoffentlich bald süße und saure Früchte bereit halten.
Gerüche und damit verbundene Erinnerungen sollen im Kräutergarten erlebbar sein. Die Blumenrabatten mit jahreszeitlich wechselnd blühenden Pflanzen sprechen sowohl das Auge als auch die Nase an. Und dadurch, dass der Garten eine Heckenbegrenzung hat, wird der Mobilität und dem Bewegungsdrang demenziell erkrankter Menschen Rechnung getragen. „Hier können unsere Gäste selbstständig spazieren gehen“, erläutert Dr. Thomas Hulisz, der als Leiter der Ambulanten Dienste des EvK auch die Tagespflege betreut. Es gebe aber auch genug Platz zum Ausruhen: Sitzgelegenheiten warten im Schatten und in der Sonne.
Hier wurde ein Bereich gestaltet, der nicht nur den Menschen als Rückzugs-Zone dienen soll, sondern gleichzeitig auch den Bereich hinter dem Haus gestaltet und ordnet: Die gern genutzte Abkürzung über die Wiese ist nun nicht mehr möglich.
An der Rückseite des Hauses wird über kurz oder lang nun auch noch eine Bushaltestelle entstehen. Zumindest soll dort – über der Bank - ein entsprechendes Schild aufgehängt werden. „Demenziell erkrankte Menschen“, sagt Elisabeth Wehrmann, „neigen dazu, sich entfernen zu wollen. Wenn wir eine eigene ‚Haltestelle’ haben, können die Gäste dort auf den Bus warten, der natürlich nicht kommt.“
Was zunächst zynisch klingt, hilft diesen Menschen aber dabei, zur Ruhe zu kommen: Nach dem Warten kehren die Menschen üblicherweise problemlos in ihre Zimmer zurück. Gleich lautende, positive Erfahrungen, so Wehrmann, werden inzwischen aus vielen Einrichtungen berichtet.