Hausärzte lernen Haut-Screening

Mehr als 40 Hausärzte aus Hattingen und Umgebung setzten sich bei einer ganztägigen Fortbildung am Evangelischen Krankenhaus im doppelten Sinn auf die Schulbank: Sie eigneten sich zusätzliches Wissen für Hautkrebs-Untersuchungen an und saßen dabei im Saal der Krankenpflegeschule der Evangelischen Stiftung Augusta an echten Schulmöbeln.

Hautarzt Dr. med. Peter Wenzel und Hausärztesprecher Dr. med. Willi Martmöller zeichneten verantwortlich für diese Fortbildung, die dazu diente, das Wissen der Mediziner aufzufrischen und sie in die Lage zu versetzen, Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchungen durchzuführen.

Ab 1. Juli 2008 zahlen nämlich die Gesetzlichen Krankenversicherungen für Versicherte ab dem 35. Lebensjahr diese wichtige Untersuchung. Geschulte Hausärztinnen und –ärzte schauen sich die Patienten zuerst an – und veranlassen bei Auffälligkeiten eine Vorstellung beim Facharzt.

Hautkrebs, so hieß es, sie die am häufigsten vorkommende, meist aber auch am erfolgreichsten behandelbare Krebserkrankung überhaupt – wenn sie denn früh genug erkannt werde. Wie kein anderes Organ sei die Haut einer einfachen Untersuchung zugänglich - und so können die drei wesentlichen Hautkrebsarten bei genauem Hinsehen sehr gut erkannt werden.

Es sind dies der „helle Hautkrebs“, das sind Basalzell- und Spinalzellkarzinome, und der „schwarze Hautkrebs“, das maligne Melanom. Sie alle können bei früher Erkennung beseitigt und in aller Regel dadurch auch endgültig geheilt werden. Als Referenten wirkten bei der Fortbildung Dr. Peter Wenzel (Hattingen) und Dr. Manfred Diensberg (Wetter).

„Viele gehen nicht zur Untersuchung“, erklärt Dr. Wenzel, „weil sie eine schlechte Diagnose fürchten.“ Deshalb geht es darum, den Patientinnen und Patienten die Angst davor zu nehmen, sich untersuchen zu lassen. „Nur 5 Prozent aller Befunde“, beruhigt Dr. Diensberg, „sind aber wirklich Krebs und müssen behandelt werden.“

Für die Sommerzeit warnten die Spezialisten vor zu intensivem Aufenthalt in der Sonne. „Wir müssen die Mütter beraten, dass sie ihre Kinder nicht ungeschützt in die Sonne schicken.“ Auch die Summe vieler kleiner Sonnenbrände sei gefährlich. So wie der Besuch von Solarien, die man besser meiden solle. „Wenn man es aber gar nicht vermeiden kann“, sagt Dr. Diensberg, durchaus ohne erhobenen Zeigefinger, „dann sollte man wenigstens darauf achten, ob das Studio ein TÜV-Zertifikat hat.“

Eine sorgfältige Früherkennungsuntersuchung erfordert 15, 20 Minuten (sehr gut investierte) Zeit und vielleicht ein kleines bisschen Überwindung: Der Patient muss sich vollständig entkleiden, weil der Arzt auch in allen Hautfalten und im Genitalbereich nachschauen muss. Für diese wichtigen praktischen Übungen, die sich der Theorie anschlossen, hatte sich Dr. Diensbergs Sohn Markus zur Verfügung gestellt.