Tag der Offenen Tür und Eröffnung des "Garten der Sinne"

Sinnesanregung für „ihre“ Senioren steht für Elisabeth Wehrmann im Vordergrund, wenn Sie am Samstag, 21. Juni, neben der Kurzzeitpflegestation des Evangelischen Krankenhauses an der Waldstraße den neuen „Garten der Sinne“ eröffnet. „Es geht darum, die Körperwahrnehmung der alten Menschen zu stärken“, sagt die Leiterin der Einrichtung. „Wie fühlen sich zum Beispiel Regen und Wind an?“ Diese Wahrnehmung sei bei demenziell erkrankten Menschen regelrecht verschüttet.

Es gibt einen Weg mit unterschiedlichen Untergründen (z.B. Holz und Stein), damit die Gäste des Hauses auch ein Gefühl für den Weg entwickeln können. Zwei neu gepflanzte Kirschbäume werden bald süße und saure Früchte bereit halten.

Gerüche und damit verbundene Erinnerungen sollen im Kräutergarten erlebbar sein. Die Blumenrabatten mit jahreszeitlich wechselnd blühenden Pflanzen sprechen sowohl das Auge als auch die Nase an. Und dadurch, dass der Garten eine Heckenbegrenzung hat, wird der Mobilität und dem Bewegungsdrang demenziell erkrankter Menschen Rechnung getragen. „Hier können unsere Gäste selbstständig spazieren gehen“, erläutert Dr. Thomas Hulisz, der als Leiter der Ambulanten Dienste des EvK auch die Tagespflege betreut. Es gebe aber auch genug Platz zum Ausruhen: Sitzgelegenheiten warten im Schatten und in der Sonne.

Hier wurde ein Bereich gestaltet, der nicht nur den Menschen als Rückzugs-Zone dienen soll, sondern gleichzeitig auch den Bereich hinter dem Haus gestaltet und ordnet: Die gern genutzte Abkürzung über die Wiese ist nun nicht mehr möglich.

Dafür hat der Technische Dienst des EvK gesorgt, der dieses Projekt unter der Leitung und nach den Plänen von Karl Otto Meiswinkel und Björn Mühle realisiert hat. Die neue Hecke, die bereits im November gepflanzt wurde, ist sehr gut angegangen
In der Ruhezone soll nun auch noch eine Bushaltestelle entstehen. Zumindest soll dort – neben der Bank - ein Schild aufgestellt werden. „Demenziell erkrankte Menschen“, sagt Elisabeth Wehrmann, „neigen dazu, sich entfernen zu wollen. Wenn wir eine eigene ‚Haltestelle’ haben, können die Gäste dort auf den Bus warten, der natürlich nicht kommt.“
Nach dem Warten kehren die Menschen üblicherweise problemlos in ihre Zimmer zurück. Gleich lautende, positive Erfahrungen, so Wehrmann, werden inzwischen aus vielen Einrichtungen berichtet.