Keine Bomben auf der GZ-Baustelle

Der Besuch war angekündigt: Nach vorsichtigen Probebohrungen auf dem Gelände des Gesundheitszentrums der Augusta-Kranken-Anstalt an der Bergstraße klärten Experten des Kampfmittel-Räumdienstes Röhll aus Düren am 9. Juli an einigen Stellen der Baugrube die letzten Ungereimtheiten ab, die sich durch Sondenmessungen ergeben hatten.

Sie sind auf Baustellen keine seltenen Gäste, die Spezialisten vom Kampfmittel-Räumdienst. Immer dann, wenn Ausschachtungsarbeiten beginnen, wenn die Baustelle also an der tiefsten Stelle ihren Anfang nehmen soll, sind die Experten da. Oder – schon früher – wenn eine Straße, ein anderes Haus mit einem sogenannten „Verbau“ gegen Abrutschen oder Unterspülung gesichert werden muss. Dann werden nämlich Stahlträger tief in den Boden gerammt, an denen dann wiederum Holzschalungen befestigt werden, die dem baulichen Bestand neben der Baustelle Halt geben.

Genau dort, wo in Kürze die Träger in den Boden gerammt werden sollen, gab es an drei, vier Stellen Probebohrungen mit dem ganz behutsamen Schneckenbohrer – und nach Sondenmessungen noch offene Fragen. Dort war nämlich die elektromagnetische Strahlung der Erde verändert. „Dann kommen wir“, sagt Feuerwerker Jörg Köning, „und öffnen den Boden, um letzte Sicherheit zu gewinnen.“
Dass die Veränderung der Strahlung nicht nur durch Bomben, sondern auch durch alte Rohre, alte Kabel und sogar Ziegelsteine verursacht sein kann, ist bekannt und sorgt für einige Fehlalarme. In einem Bombenabwurfgebiet wie dem Zentrum von Bochum sei es aber enorm wichtig, dies genau abzuklären.
Und so war auch die erste zu prüfende Stelle an der Bergstraße ein Fehlalarm: Hier fand Jörg Köning – assistiert von seinen Mitarbeitern, Stefan Höreth und dem sanften Baggerführer Wilfried Fassbender, ein dünneres Rohr und ein paar Kabel, nach deren Entfernung die Sonde nicht mehr brummte. Auch an den anderen fraglichen Flecken auf der Baustelle ergab die genaue Überprüfung im Übrigen – Gott sei Dank - keinen Bombenfund: Auch dort gruben Höreth und Fassbender nur Rohre und Kabel aus.
Das neue Gesundheitszentrum der Augusta-Kranken-Anstalt ist nun bereits in den zweiten Bauabschnitt eingetreten. Der große Baukörper des ersten Abschnitts hat den unteren Teil der Bergstraße optisch schon deutlich verändert.

Ach ja: Erst wenn wirklich sicher ist, dass da etwas im Boden liegt, was explodieren könnte, werden die staatlichen Kampfmittelräumer aus Hagen aktiv. Sie allein dürfen Bomben entschärfen, sprengen oder abtransportieren. Alles andere leisten die Experten aus der Freien Wirtschaft.

Die Edelstahl-Engel des Überlinger Künstlers Jochen Schimpfle-Andresen, die zu Beginn des ersten Bauabschnitts des Gesundheitszentrums erst nach Entfernung eine kleineren Bombe das Gelände verlassen konnten, wachen von gegenüber natürlich auch weiterhin über die Baustelle des evangelischen Trägers. - Bis sie zu guter Letzt gegenüber der Hauptzufahrt - vor dem zurückgesetzten Teil des 1. Bauabschnitts - ihren endgültigen Platz finden werden.