Eva-Maria Karmelita - 40 Jahre Augusta

Sie war noch 17 Jahre jung, als sie sich in der Bochumer Augusta-Kranken-Anstalt vorstellte, um dort den Beruf der Krankenschwester zu erlernen. Und sie kam im Minirock. - Eben so wie es die jungen Mädels in den späten Sechzigern alle liebten. Die Diakonissen im Augusta allerdings schauten schon etwas streng an ihr herunter, „denn im Dienst am Krankenbett hatte der Rock bis zur Mitte der Wade zu gehen.“

Am 1. Juli war das nur eine der vielen Anekdoten, die erzählt wurden, als Eva-Maria Karmelita, die Zentrale Pflegedienstleiterin der Evangelischen Stiftung Augusta (Bochum/Hattingen) ihr „40jähriges“ in Diensten der Kranken feiern durfte. Gratulanten, Freunde und Kollegen hatte sie eingeladen in das Institutsgebäude des Augusta. Es gab zu essen, zu trinken – und eben sehr viel zu erzählen.

Gerade das allerdings, was die sympathische Powerfrau aus der Augusta-Führung eben nicht erzählte, spannte manchen in den Institutsräumen doch sehr arg auf die Folter. Karmelita wollte partout nicht aufklären, warum sie 15 Pfirsiche und 25 Eier geschenkt bekam. „Das erläutere ich erst“, sagte sie grinsend, „wenn ich in den Ruhestand gehe.“

Die gebürtige Bochumerin drückte die Schulbank auf der Annette von Droste Hülshoff-Schule und der Hans Böckler-Schule, bevor sie ihr dreimonatiges Praktikum am Augusta begann, das dann direkt in die Ausbildung führte. Eine Ausbildung, die nie endete, denn die erfahrene Spezialistin, die neben dem Evangelischen Krankenhaus Hattingen auch noch für die beiden Augusta-Häuser in Bochum-Mitte und –Linden verantwortlich ist, drückte berufsbegleitend praktisch immer bei neuen Fortbildungen die Schulbank.

„Weiterbildung ist enorm wichtig“, sagt sie. Und sie ist der Beweis dafür, dass man damit auch weiterkommt: Karmelita ist u.a. als Ausbilderin im mittleren Management tätig, geprüfte Lehrkraft für Anästhesie und Intensivmedizin, leitete bis 1994 die operative Intensivstation des Augusta. Sie gilt als profunde Kennerin der Stiftung und der Krankenhaus-„Landschaft“ überhaupt.

Das Problem mit den von den Diakonissen geforderten langen Röcken hat Eva-Maria Karmelita damals übrigens geschickt ausgehebelt. „Ich habe meiner Mutter alle Röcke zum Kürzen gegeben“, lacht sie noch heute. „Das war ein Heidenspaß.“