3,8 Mio. stark Übergewichtige in NRW - Unabsehbare Konsequenzen für das Gesundheitssystem  - Landesweiter 2. Adipositastag im Bochumer Museum informiert über den aktuellen wissenschaftlichen Stand bei Diagnostik und Therapie

Die Front ist breit, die das multizentrische AdipositasZentrum NRW gegen die Fettleibigkeit aufgebaut hat: Experten aus Bochum, Dortmund, Herne, Hattingen und Castrop-Rauxel sind vereint in einem beispiellosen medizinischen Verbund gegen die Adipositas. Am  Mittwoch, 20. Februar, 16 bis 20 Uhr, informieren die Spezialisten ihre Medizinerkollegen beim landesweiten 2. Adipositastag im Bochumer Museum über den aktuellen wissenschaftlichen Stand bei Diagnostik und Therapie.

Schlafmediziner, Psychotherapeuten und Psychosomatiker, Chirurgen, Internisten, Endokrinologen und Plastische Chirurgen arbeiten seit Jahren Hand in Hand zusammen – und nicht erst seit alle nationalen Medien im Zusammenhang mit der Ende Januar veröffentlichten zweiten nationalen Verzehrstudie das Thema wieder einmal verstärkt aufgriffen: Weit über 3.400 extrem übergewichtige Patienten wurden in knapp 20 Jahren allein am zentralen Standort in Bochum-Linden behandelt.

Zwei von drei Männern und etwa die Hälfte der Frauen sind übergewichtig. Mehr als 20 Prozent aller Bundesbürger gelten sogar als adipös (fettleibig), was Ursache ist für Herz- und Stoffwechselerkankungen. "Das steigende Übergewicht in der Bevölkerung ist eine moderne Seuche", sagt Dr. Thomas Hulisz, medizinischer Leiter des Adipositas-Zentrums NRW. Sogar 20 Prozent der Schulkinder in Deutschland seien bereits übergewichtig, Allein in NRW gebe es derzeit ca. 3,8 Millionen stark Übergewichtige. "Wenn wir da nicht endlich frühzeitig einschreiten", fügt er an, "sind die Konsequenzen für unser Gesundheitssystem unabsehbar."

Vor drei Jahren wurde unter dem Dach der Evangelischen Stiftung Augusta (Bochum(Hattingen) und der Krankenhausgemeinschaft Herne|Castrop-Rauxel das Adipositas-Zentrum NRW gegründet. Die beiden evangelischen Träger, Kooperationspartner im Gesundheitswesen, haben die medizinische Kompetenz gegen die zunehmende Fettleibigkeit, die in der Bevölkerung zu massiven Begleiterkrankungen führt.

Das klinik- und stadtübergreifende, interdisziplinäre Team besteht nicht nur aus Ärzten aller Fachrichtungen, sondern auch aus Psychologen, Ernährungsberatern, Diät-Assistenten, Sportlehrern und Physiotherapeuten. – Ganz so, wie es sich die Deutsche Adipositas-Gesellschaft und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung wünschen. "Wer die ;Kilos‘ besiegen will", so der Hattinger Chef-Internist Prof. Dr. Andreas Tromm, "muss seine Ernährung massiv umstellen, muss sein Leben umkrempeln. Und dabei helfen wir."
Dass z.B. eine Diabetes-Erkrankung, Gelenkbeschwerden oder ein Bluthochdruck mit den purzelnden Pfunden beinahe wie von Zauberhand verschwinden können, ist nur eine der vielen positiven Seiten einer Adipositas-Therapie. Dass bei ehedem extrem Übergewichtigen eine Fettschürze bleiben kann, die Kehrseite. Hier beginnt dann die Arbeit des erfahrenen Plastischen Chirurgen: Das Adipositas-Zentrum NRW hat dafür Dr. Karl Schuhmann vom Institut für Plastische/Ästhetische Chirurgie am Evangelischen Krankenhaus Hattingen "im Boot".
Wer viele Diäten erfolglos hinter sich hat, vertraut zunehmend auf chirurgische Hilfe: Magenbänder und Bypass-Operationen am Darm können eine Lösung sein. Die Chefärzte Professor Matthias Kemen (Herne), Priv. Doz. Dr. Benno Mann (Bochum), Dr. Henning Schulz (Castrop-Rauxel) und Priv. Doz. Dr. Helfried Waleczek (Hattingen) bringen ihre große Erfahrung ein.
"Viele übergewichtige Patienten sagen, dass es bei ihnen die Drüsen sind", beschreibt der Herner Chef-Endokrinologe Professor Dr. Friedrich Jockenhövel die Argumente der Fettleibigen. Er klärt den Wahrheitsgehalt dieser Worte als Spezialist im Adipositas-Zentrum ab.

Dr. Martina Neddermann, Leiterin des Schlaflabors am EvK Herne, klärt über den Zusammenhang auf zwischen Übergewicht und nächtlichen Atemaussetzern (Schlaf-Apnoe).
Dass zur Behandlung der Adipositas auch Veränderungen des Lebensstils gehören, kann keiner besser erklären als Prof. Dr. med. Stefan Herpertz, Leiter der Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der LWL-Klinik Dortmund (Universitätsklinik Bochum). An dieser Stelle greift auch Mit-Geschäftsführer Diplom-Psychologe Uwe Machleit mit Behandlungs-Konzepten zur langfristigen Gewichtssicherung ein.

Kontakt:
Dr. med. Thomas Hulisz (Geschäftsführer Adipositas-Zentrum NRW, Bochum),
Ruf 0234-517-4600
Mail hulisz@augusta-bochum.de