Nosrati-Konzert in Kapelle

Sehr gut besucht war das „Piano Recital“ in der Kapelle der Augusta-Kranken-Anstalt. Die mehrfach ausgezeichneten Musiker Shafagh und Shaghajegh Nosrati konzertierten am Flügel.

Zur Aufführung brachten die Geschwister  iranischer Abstammung in ihrem ebenso langen wie hochwertigen Konzert ausschließlich Sonaten – und zwar von Ludwig van Beethoven und dem sehr jung verstorbenen Russen Alexander Nikolajewitsch Skrjabin.

Im Iran ist möglicherweise Namensvetter Mohammad Nosrati bekannter, der dort in der Ersten Liga Fußball spielt. Die Geschwister Nosrati allerdings spielen am Flügel in der Ersten Liga und sind auf dem Weg, auch eine internationale Karriere zu machen. Von der Qualität der Intonation und Interpretation konnten sich die Gäste ein sehr gutes Bild machen.

Beethoven muss nicht groß vorgestellt werden. Den großen deutschen kennt jeder.  Bei Skrjabin ist das anders. Musikkennern gilt der Russe als einer der Erneuerer der Musik des frühen 20. Jahrhunderts. Seine sogenannte Klangzentrumstechnik wurde als frühe Form der Zwölftonkomposition beschrieben. Er verband Tonarten und Töne gefühlsmäßig mit Farbwahrnehmungen, komponierte gar ein großes Stück, bei dem ein „Farbenklavier“ vorkommen sollte.

„Zum Ende seines Lebens“, so schreibt die Enzyklopädie Wikipedia, „beschäftigte ihn mehr und mehr die Idee eines multimedialen Mysteriums. Dieses sollte alle Sinne ansprechen als Symphonie aus Wort, Ton, Farbe, Duft, Berührungen, Tanz und bewegter Architektur.“ Dieses Werk sollte Synthese sämtlicher Künste sein und ungeheuere Ausmaße haben. Es gelang dem Komponisten allerdings nicht, dieses gewaltige Projekt zu realisieren.

Die Zugabe der Nosratis für das begeisterte Publikum fiel im übrigen reichlich aus: Erst nach beinahe drei Stunden wurden die Geschwister in den Feierband entlassen. Viele der Gäste genossen im Anschluss noch auf einen Glühwein auf den Augusta-Weihnachtsmarkt.