Zum Wohle der Patienten: Intensivere Zusammenarbeit
zwischen Niedergelassenen und Krankenhausärzten

Das Medizinische Qualitätsnetz (Med-QN), ein Zusammenschluss Bochumer Haus- und Fachärzte, hat die Zusammenarbeit von inzwischen mehr als 130 Ärzten in Bochum erst möglich gemacht. Med-QN, ein Erfolgsrezept, das inzwischen in vielen deutschen Städten Schule macht.

Die Ausweitung dieses Konzeptes auf die Zusammenarbeit mit Krankenhausärzten und Patienten in Form von Beiräten ist einmalig in Bochum. Das Netz habt mit der Bildung eines Chefärzte-Beirates den Weg geebnet für eine gemeinsame Behandlungsstrategie und einen Austausch untereinander. Sie können nun besser abstimmen, was ambulant, stationär und dann in der Nachsorge beachtet werden muss.

Näher zusammenzurücken und eine „sprechende Medizin“ zu schaffen ist die Absicht – und dabei klären, wo die Schwierigkeiten liegen und wo die Verknüpfungspunkte für eine Zusammenarbeit. Hierbei steht der Patient im Vordergrund, besonders mit ihm und in seinem Interesse soll mehr kommuniziert werden.

Als praktische Beispiele seien hier folgende genannt:

Wird ein Patient im Krankenhaus behandelt, fehlen ihm hier manchmal die Worte für die Kritik an einer bestimmten Behandlung. Diese teilt er nach einem gewissen Abstand seinem Hausarzt mit. Damit auch die Krankenhausärzte die Nöte und Sorgen der Patienten besser verstehen können, können nun die Hausärzte ihnen diese mitteilen. Für ein besseres gegenseitiges Verstehen sorgen etwa auch beigefügte Erklärungen für Medikamentenverordnungen, am besten in digitaler Form,  bei der Einlieferung und auch bei der Entlassung aus dem Krankenhaus.

Drei unter einem Dach zu haben- niedergelassene Ärzte, Chefärzte und Patienten in Form von Beiräten – ist die Zielvorstellung mit dem Slogan: „Ihre Gesundheit, unser gemeinsames Ziel.“ Daher steht noch aus, einen Patientenbeirat zu gründen, der bereits in Planung ist.

Konkurrenz wandelt sich zur Kooperation, an der alle Bochumer Krankenhäuser beteiligt sind. „Unvoreingenommen und patientenorientiert findet eine gegenseitige Öffnung statt.“, erläutert Prof. Dr. Rüdiger Smektala (Leiter der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie des Knappschaftskrankenhauses) die Motive und Prof. Dr. Dirk Behringer (Chefarzt der Klinik für Hämatologie und  Onkologie der Augusta-Kranken-Anstalt) fügt hinzu: „Diese Kooperation wurde auch von uns gerne aufgegriffen und ist für beide Seiten von großem Interesse.“ Beide sind die Sprecher des neugegründeten Chefärzte-Beirates und werden in ihren Ausführungen unterstützt von Dr. med. Michael Tenholt, der für das Med-QN spricht. Gemeinsam kann es nun gelingen, Informationsdefizite zu klären, Probleme zu erörtern und wichtige Themen aufzugreifen.

Dies geschieht etwa in Patientenseminaren. Hier informieren Ärzte vieler Sparten über eine Krankheit, deren Verlauf, über Möglichkeiten der Krankheitsvermeidung und alternative Behandlungsmethoden. Weiter ist hier den Betroffenen ein Austausch untereinander möglich.

Einmal im Monat wird das Kunstmuseum Treffpunkt für eine dieser Veranstaltungen sein, die Volkshochschule Bochum wird im Jahr 2009 außerdem Veranstaltungsort für Patientenseminare dieser Art. Die Themen werden frühzeitig bekannt gegeben.

Das Medizinische Qualitätsnetz (Med-QN), ein Zusammenschluss Bochumer Haus- und Fachärzte wurde 1995 gegründet. Dr. med. Michael Tenholt und Dr.med. Carl Hermann Bergenthal sind die Vorsitzenden des Med-QN. (http://www.medqn.de/)