Dermatologen schulen Hausärzte am Augusta

Mehr als 100 Hausärzte aus Bochum und Umgebung setzen sich seit dem 13. August bei insgesamt drei ganztägigen Fortbildungen in der Aula der Augusta-Kranken-Anstalt an der Bergstraße auf die Schulbank: Sie eignen sich zusätzliches Wissen für Hautkrebs-Untersuchungen an.
Der Hattinger Hautarzt Dr. med. Peter Wenzel und sein Kollege Dr. Manfred Diensberg aus Wetter zeichnen verantwortlich für diese Fortbildung, die dazu dient, das Wissen der Mediziner aufzufrischen und sie in die Lage zu versetzen, Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchungen durchzuführen. Seit dem 1. Juli 2008 zahlen nämlich die Gesetzlichen Krankenkassen für Versicherte ab dem 35. Lebensjahr diese wichtige Untersuchung. Geschulte Hausärztinnen und –ärzte schauen sich die Patienten zuerst an – und veranlassen bei Auffälligkeiten eine Vorstellung beim Facharzt.

Hautkrebs sei die am häufigsten vorkommende, meist aber auch am erfolgreichsten behandelbare Krebserkrankung überhaupt, sagt Wenzel – wenn sie denn früh genug erkannt werde. Wie kein anderes Organ sei die Haut einer einfachen Untersuchung zugänglich - und so können die drei wesentlichen Hautkrebsarten bei genauem Hinsehen sehr gut erkannt werden.

Es sind dies der „helle Hautkrebs“, das sind Basalzell- und Spinalzellkarzinome, und der „schwarze Hautkrebs“, das maligne Melanom. Sie alle können bei früher Erkennung beseitigt und in aller Regel dadurch auch endgültig geheilt werden.

„Viele gehen nicht zur Untersuchung“, erklärt Dr. Wenzel, „weil sie eine schlechte Diagnose fürchten.“ Deshalb gehe es darum, den Patientinnen und Patienten die Angst davor zu nehmen, sich untersuchen zu lassen. „Nur fünf Prozent aller Befunde“, beruhigt Dr. Diensberg, „sind aber wirklich Krebs und müssen behandelt werden.“

Für die Sommerzeit warnten die Spezialisten eindringlich vor zu intensivem Aufenthalt in der Sonne. „Wir müssen die Mütter beraten, dass sie ihre Kinder nicht ungeschützt in die Sonne schicken.“ Auch die Summe vieler kleiner Sonnenbrände sei gefährlich. So wie der Besuch von Solarien, die man besser meiden solle. „Wenn man es aber gar nicht vermeiden kann“, sagt Dr. Diensberg, durchaus ohne erhobenen Zeigefinger, „dann sollte man wenigstens darauf achten, ob das Studio ein TÜV-Zertifikat hat.“

Eine sorgfältige Früherkennungsuntersuchung erfordert 15, 20 Minuten (sehr gut investierte) Zeit und vielleicht ein kleines bisschen Überwindung: Der Patient muss sich vollständig entkleiden, weil der Arzt auch in allen Hautfalten und im Genitalbereich nachschauen muss. Für diese wichtigen praktischen Übungen, die sich der Theorie anschlossen, stellt sich Dr. Diensbergs Sohn Markus als „Dauerpatient“ zur Verfügung.

Am 13. August fand die erste dieser Fortbildungsveranstaltungen statt. Am 20. August und am 3. September (13 bis 21 Uhr) folgen noch zwei weitere, für die bereits viele Anmeldungen vorliegen. Veranstalter ist in allen Fällen „Dermaticon“, ein Zusammenschluss 22 leistungsstarker Hautärzte aus Bochum, Hattingen, Schwelm, Herdecke und Umgebung. „Wir verstehen uns“, so Dr. Wenzel, „als Partner der Hausärzte in allen Fragen der Dermatologie.“